Heinisch-Hosek: Familienpolitik steht vor großen Herausforderungen

Für Lebensgemeinschaften Informationspflicht über gemeinsame Obsorge einführen

Wien (OTS/SK) - "Die Familienpolitik steht vor großen Herausforderungen in puncto Familie, Zusammenleben, Partnerschaft und Elternschaft", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Dienstag bei der SPÖ-Enquete und "Österreich 2020"-Veranstaltung "Vielfalt & Verantwortung - Moderne Formen des Zusammenlebens". Die Ministerin betonte, dass es neben dem "traditionellen" Familienmodell auch "neue" Formen des Zusammenlebens gibt und deshalb darüber diskutiert werden müsse. Viele Paare leben in einer Lebensgemeinschaft und im Gegensatz zur Ehe gebe es keinen rechtlichen Rahmen für Ansprüche auf Unterhalt, Pension oder auf die gemeinsame Wohnung - auch im Fall von gemeinsamen Kindern. Es brauche eine breite gesellschaftliche Diskussion darüber, ob aus eheähnlichen Lebensgemeinschaften ebenso Ansprüche entstehen sollten, so die Ministerin. ****

Scheidungen und Trennungen seien immer mit einem großen Risiko- und Konfliktpotenzial verbunden. "Meist sind es Frauen, die mit einem finanziellen Risiko konfrontiert sind", betonte die Ministerin. Fakt ist nämlich, dass die deutliche Mehrheit der armutsbetroffenen und gefährdeten Personen Frauen sind, so Heinisch-Hosek weiter.

Beim Thema "Scheidung" dürfe die Diskussion über die Obsorge nicht vergessen werden, so die Ministerin. Wenn man sich die Anzahl der männlichen Kindergeldbezieher, die bei unter fünf Prozent oder die Teilzeitquoten (Frauen: 43 Prozent, Männer 8,7 Prozent) anschaue, "wird schnell klar, wer sich vorwiegend um die Kinder in der Familie kümmert", sagte Heinisch-Hosek. Ein wichtiges Ziel sei daher, die Väterbeteiligung bei der Kinderbetreuung zu erhöhen.

Das soll bereits in aufrechter Ehe und Lebensgemeinschaft geschehen und natürlich auch danach, betonte die Ministerin. Sie wies auch darauf hin, dass seit 2001 die Möglichkeit besteht, die gemeinsame Obsorge in Lebensgemeinschaften zu beantragen. Viele Eltern seien darüber aber nicht informiert. Heinisch-Hosek appellierte daher, eine Informationspflicht für die Eltern bei der Anmeldung des Kindes einzuführen. "Mütter und Väter sollen wissen, dass sie die gemeinsame Obsorge in einer Lebenspartnerschaft beantragen müssen, wenn sie das wollen", so die Ministerin abschließend. (Schluss) rb

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0002