Brauner: Die Wiener Ausbildungsgarantie wirkt!

Zahl lehrstellensuchender Jugendlicher 2009 um 15 Prozent gesunken - Neue Chancen: Wien sucht 300 HeimhelferInnen

Wien (OTS) - Am Wiener Arbeitsmarkt gibt es trotz der weltweiten Auswirkungen der Wirtschaftskrise gute Perspektiven. Das Beschäftigungsniveau erreichte im März 2010 im Vergleich zu den vergangenen Jahren mit 785.000 Beschäftigten einen absoluten Höchststand. In der Krise wurde und wird vor allem jungen WienerInnen von der Stadt Wien und dem Arbeitsmarktservice (AMS) eine zielgerichtete Unterstützung geboten. Mit Erfolg: Die Jugendarbeitslosigkeit wurde gedämpft und die Zahl der Lehrstellensuchenden deutlich gesenkt.

"Gerade jetzt zeigt es sich, wie wichtig eine aktive Unterstützung durch Stadt, waff und AMS am Arbeitsmarkt ist. Gemeinsam haben wir es geschafft, dass in der Krise die Zahl der lehrstellensuchenden Jugendlichen um 15 Prozent gesunken ist. Im Gegenzug konnten wir die Zahl der Lehrstellen mit Hilfe der Lehrwerkstätten weiter ausbauen. Wien kümmert sich um alle Jugendlichen und lässt niemanden alleine", so Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters heute Dienstag. Darüber hinaus stehe Wien jenen zur Seite, die sich gezielt in neue Berufsfelder orientieren, etwa in der Pflege.

Pflegejobs haben Zukunft: 300 HeimhelferInnen gesucht

Wien bemüht sich ganz gezielt um Unterstützung in Bereichen des Arbeitsmarktes, in denen die Nachfrage sehr stark ist. So gibt es im Pflege- und Sozialbereich Wien aktuell sehr gute Jobperspektiven. Derzeit sucht der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) 300 Personen, die eine Ausbildung zum/zur HeimhelferIn absolvieren möchten. Das Besondere daran: Bereits vor Ausbildungsbeginn bekommen die TeilnehmerInnen eine fixe Einstellzusage. Sowohl die ArbeitnehmerInnen als auch die Einrichtungen des Pflegebereichs profitieren davon: Die künftigen Pflegekräfte wissen bereits bei Ausbildungsbeginn, wo sie später arbeiten werden. Und die Trägereinrichtungen bekommen qualifiziertes Personal. Die Wirksamkeit des Programms basiert auf der gezielten Zusammenarbeit des waff und des AMS Wien mit den Unternehmen aus dem Gesundheits- und Pflegebereich. Die Erfolge der Ausbildung können sich sehen lassen:
Von 2005 bis 2009 wurden mit Hilfe des Ausbildungsprogramms bereits mehr als 1.600 Personen für Gesundheits- und Pflegeberufe ausgebildet. Aktuell befinden sich mehr als 220 Personen in der HeimhelferInnen-Ausbildung und werden demnächst ihren neuen Job beginnen.

Jugendarbeitsmarkt Herbst 2009: Effizientes und rasches Gegenlenken

Jugendliche sind von der Wirtschaftskrise generell stärker betroffen als andere Bevölkerungsgruppen. Am besten lässt sich ihre Situation mit einem Flaschenhals vergleichen: Der Arbeitsmarkt ist aufgrund der angespannten Situation schwerer zugänglich und die Einstiegsmöglichkeiten reduzieren sich. Umso wichtiger ist es, die Zeit der Krise für Ausbildungs- bzw. Qualifizierungsschritte zu nutzen. Deshalb wurden in Wien zielgerichtet Unterstützungsmaßnahmen für Jugendliche ergriffen und ein eigenes "Jugendpaket" geschnürt. Dieses besteht im Wesentlichen aus drei Schwerpunkten:

  • 1.000 neue Lehrplätze in den Lehrwerkstätten: Gegenüber dem Lehrjahr 2008/2009 wurden die bestehenden Plätze in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten für das aktuelle Lehrjahr von 3.500 auf 4.500 aufgestockt. Dafür werden vom waff und dem AMS Wien 84 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
  • Zusätzlich ermöglicht die Stadt Wien jungen WienerInnen das Nachholen von Bildungsabschlüssen. Dafür gibt es beispielsweise das neue Angebot "Meine Chance", das 250 junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren die Möglichkeit bietet, versäumte Bildungsabschlüsse nachzuholen.
  • Darüber hinaus bietet Wien zielgerichtet Unterstützung für Jugendliche am Übergang zwischen Schule und Beruf. Diese Maßnahmen konnten nach intensiver Vernetzung und Vorbereitung 2010 starten.

2010: Die Wiener Ausbildungsgarantie

2010 wurde und wird die Wiener Ausbildungsgarantie umgesetzt:
Diese ergänzt die Ausbildungsgarantie des Bundes, die Jugendlichen innerhalb von drei Monaten ein Angebot für einen Ausbildungsplatz, eine Schulung oder einen Arbeitsplatz machen kann. Die Wiener Ausbildungsgarantie ruht auf fünf Säulen: Neben den Säulen Schule und Lehre umfasst die Wiener Ausbildungsgarantie die vom AMS und der Stadt Wien finanzierten Lehrwerkstätten, spezifische Begleitmaßnahmen am Übergang von der Schule zum Beruf sowie Förderungen zum Nachholen von Bildungsabschlüssen.

Damit gibt es nun ein lückenloses Angebot für Jugendliche am Wiener Arbeitsmarkt. "Alle, die eine Ausbildung machen wollen, bekommen von uns dafür ein entsprechendes Angebot. Wir helfen aber auch jenen Jugendlichen, die noch nicht genau wissen, wie es weiter gehen soll", erklärt Vizebürgermeisterin Renate Brauner. "Dafür haben Stadt und AMS insgesamt 100 Millionen Euro in die Hand genommen. Das ist bestens investiertes Geld: in die Zukunft der Jugendlichen und unseres Wirtschaftsstandortes", unterstreicht Brauner.

NEU: Die Kümmer-Nummer für Lehre und Beruf

Um die Angebote der Wiener Ausbildungsgarantie den Jugendlichen und ihren Eltern/Verwandten möglichst einfach zugänglich zu machen, wurde auf Initiative von Vizebürgermeisterin Renate Brauner die Kümmer-Nummer 0800 20 20 22 eingerichtet. Hier gibt es Informationen zu Fragen rund um Lehre und Beruf. Das Team der Kümmer-Nummer hilft weiter, wenn sich Jugendliche nach der Schule für eine Lehre entschließen, aber keine Lehrstelle finden. Ebenso gibt es für jene Unterstützung, die die Schule abgebrochen haben bzw. für Jugendliche, die nicht wissen, wie es nach der Schule weitergehen soll.

Nach zwei Monaten im Betrieb fällt die erste Bilanz sehr positiv aus: Bislang wurde das Servicetelefon rund 750 Mal von Jugendlichen bzw. deren Eltern und Angehörigen kontaktiert. Die wichtigste Frage ist für Jugendliche jene nach der Lehrstellensuche. Allerdings bekommen die Jugendlichen auch wertvolle Tipps zu Berufsmöglichkeiten nach dem Lehr- oder dem Schulabbruch. Die BeraterInnen nehmen sich die nötige Zeit und geben praktische Tipps für die Bewerbung, machen auf Infomaterial aufmerksam und verweisen auf passende Aus- und Weiterbildungsangebote. Sehr gut wird auch das Online-Angebot angenommen: www.kümmer-nummer.at verzeichnet täglich mehr als 200 neue BesucherInnen und die Facebook-Präsenz kann auf mittlerweile knapp 1.350 junge Fans verweisen.

Erfolg der Wiener Ausbildungsgarantie:
Weniger Lehrstellensuchende, Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit

Zu Beginn der Wirtschaftskrise waren auch in Wien zuerst Jugendliche überproportional vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Mittlerweile ist die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in Wien sogar positiver als im Durchschnitt. Im März 2010 gab es bereits einen Rückgang der Arbeitslosigkeit von 15- bis 24-jährigen Jugendlichen von rund drei Prozent. Mitten in der Wirtschaftskrise ist es darüber hinaus gelungen, die Zahl der Lehrstellensuchenden deutlich zu senken: Seit Spätsommer 2009 sinkt die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, deutlich. Über das gesamte Jahr 2009 gesehen konnte die Zahl der lehrstellensuchenden Jugendlichen gegenüber 2008 um fast 15 Prozent reduziert werden.

Im Gegenzug wurden in Kooperation mit dem AMS sowie den Wiener Betrieben die Anzahl der Lehrstellen in Wien in der Krise sogar ausgebaut. 2009 standen in Wien rund 19.000 Lehrplätze zur Verfügung, rund drei Prozent mehr als noch 2008. Wesentlich dazu beigetragen hat der Ausbau der überbetrieblichen Lehrausbildung.

Wiener Ausbildungsgarantie wird weiter optimiert

Wien setzt in der Jugendarbeitsmarktpolitik auf gute Kooperation und Abstimmung zwischen den VertreterInnen der Gemeinde, der Sozialpartner, des Stadtschulrats, des AMS und des waff. Im Landesforum für Lehre und Berufsausbildung werden die Planungen für notwendige Ausbildungsmaßnahmen in den Lehrwerkstätten abgestimmt und die notwendigen Kapazitäten festgelegt. So werden den jungen WienerInnen im Lehrjahr 2010/2011 rund 4.300 überbetriebliche Lehrplätze zur Verfügung stehen. Die Stadt Wien und das AMS setzen dafür mehr als 90 Millionen Euro ein. Im Auftrag des Landesforums für Lehre und Berufsausbildung startete darüber hinaus mit Jahresbeginn ein Jugendlichen-Monitoring, das die Wege ausgrenzungsgefährdeter Jugendlicher von der Schule ins Beschäftigungssystem aufzeigt und begleitet.

Weiters ist geplant, ein zielgerichtetes Melde- und Übergangsystem für SchülerInnen zu entwickeln und einzuführen. Damit werden Jugendliche, die zu Ende der Schulpflicht keinen Schul- oder Lehrplatz in Aussicht haben, noch während des abschließenden Schuljahres erfasst und bekommen vom AMS weitere Unterstützung.

Der Wiener Arbeitsmarkt 2009/2010 - was ist, was kommt

Um in der Bekämpfung der Wirtschaftskrise auf kommunaler Ebene effizient vorgehen zu können, wurde in Ergänzung zu den wichtigen Maßnahmen des Bundes ein Unterstützungsinstrumentarium entwickelt, das den Spezifika des Wiener Arbeitsmarktes gerecht wird. Wien hat gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice ein zusätzliches Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpaket in Höhe von 33 Millionen Euro umgesetzt, das folgende Maßnahmen umfasste:

  • Arbeitsmarktpaket für Jugendliche
  • Einführung der Bildungskarenz plus. Damit werden Unternehmen unterstützt, die ihre MitarbeiterInnen trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten im Unternehmen halten wollen.
  • Aufstockung der Arbeitsstiftungen. Die Kapazitäten in den Arbeitsstiftungen des waff wurden vorsorglich erhöht. Es ist sichergestellt, dass Unternehmen, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihr Personal nicht halten können, ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und den MitarbeiterInnen eine Teilnahme in den Arbeitsstiftungen ermöglichen können.
  • Aktion 4.000. Mit dem kommunalen Beschäftigungsprogramm konnten bislang mehr als 400 Personen in den Arbeitsmarkt zurück begleitet werden.

Diese Maßnahmen wurden konzipiert, um die Leistungen des Bundes zu ergänzen und durch zielgerichtete Unterstützung die Jobchancen der Wiener ArbeitnehmerInnen zu erhöhen und gegebenenfalls Arbeitsplätze abzusichern.

Wirkungen: hohes Beschäftigungsniveau in Wien

Wien unterscheidet sich in seiner Wirtschafts- und Arbeitsmarktstruktur signifikant von den übrigen Bundesländern. So werden in Wien rund 83 Prozent des Bruttoregionalprodukts im Dienstleistungsbereich erwirtschaftet, im restlichen Österreich beträgt dieser Anteil derzeit rund 63 Prozent. Ähnlich die Situation am Arbeitsmarkt: 83 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Wien im Dienstleistungssektor, in den anderen Bundesländern beträgt dieser Anteil im Schnitt 65 Prozent. Aufgrund dieser Ausgangssituation war klar, dass Wien aufgrund der Dienstleistungsorientierung weniger von den Schwierigkeiten in der stark exportorientierten Sachgüterproduktion betroffen sein würde. Die besondere Wiener Wirtschaftsstruktur und die rasch gesetzten Gegenmaßnahmen führten dazu, dass der Wiener Arbeitsmarkt trotz Wirtschaftskrise relativ stabil blieb.

Trotz der Wirtschaftskrise ist es gelungen, das Beschäftigungsniveau hoch zu halten: So gab es im März 2010 mit 785.000 Beschäftigten in Wien einen neuen Höchststand im Vergleich zu den März-Monaten der vergangenen Jahre. "Wir haben der globalen Wirtschaftskrise in Wien so gut wie möglich entgegengewirkt und die Auswirkungen gedämpft. So waren 2009 um 9.000 Menschen weniger ohne Beschäftigung als 2004, als eine Vielzahl von arbeitsmarktpolitischen Unterstützungsmaßnahmen, u.a. im Bereich der Lehrlingsstiftungen, von der damaligen Bundesregierung gestrichen wurden", betont Vizebürgermeisterin Renate Brauner.

Ausblick 2010: Arbeitsmarkt bleibt große Herausforderung

Bundesländer mit einem hohen Anteil an exportorientierter Sachgüterproduktion werden zuerst von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren: Waren im vergangenen Jahr enorme Zuwachsraten der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, werden diese 2010 stark zurückgehen bzw. sogar leichte Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit zu bemerken sein. Auch die Beschäftigtendaten beginnen sich zu erholen. Alles in allem wird Wiens Arbeitsmarkt weiterhin sehr stabil bleiben, allerdings wird der Rückgang der Arbeitslosigkeit später einsetzen und weniger stark ausfallen als in Bundesländern mit mehr Industrieproduktion.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Wolfgang Hassler
Mediensprecher Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner
Tel.: 01/4000-81845
E-Mail: wolfgang.hassler@wien.gv.at

Mag. Klaus Kienesberger
Mediensprecher Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff)
Tel.: 01/217 48 318
E-Mail: klaus.kienesberger@waff.at

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