Vorläufiges Jahresergebnis der Kommunalkredit Austria AG

Kommunalkredit: Erfolgreiche Neupositionierung nach Restrukturierung

Wien (OTS) -

  • Positive Entwicklung im kommunalen und infrastrukturnahen Kerngeschäft
  • Vorläufiges IFRS-Konzernjahresergebnis nach Steuern beträgt EUR 2,9 Mio.
  • Vorläufiges UGB-Jahresergebnis nach Steuern beträgt EUR 5,3 Mio.
  • Spaltungsbedingt reflektieren obige Ergebnisse kein volles Geschäftsjahr, sondern sechs Monate nach UGB und ein Monat nach IFRS
  • EUR 250 Mio. Kapitalerhöhung im Zuge der Spaltung durch die Eigentümer
  • Keine laufenden Zuschüsse durch die öffentliche Hand

Die Kommunalkredit Austria AG hat heute das vorläufige Ergebnis für das Geschäftsjahr 2009 vorgelegt. Das Jahresergebnis ist wesentlich vom Spaltungsprozess im Rahmen der Restrukturierung geprägt. Gemäß Restrukturierungsplan wurde der strategische Teil der vormaligen Kommunalkredit mit Wirkung vom 28. November 2009 an die damalige Kommunalkredit-Tochter Kommunalkredit Depotbank AG zur Aufnahme abgespalten und diese dann in Kommunalkredit Austria AG umfirmiert (KA). Die buchtechnischen Auswirkungen der Spaltung sind nach IFRS und UGB unterschiedlich. Das Jahresergebnis nach IFRS enthält zwölf Monate der vormaligen Kommunalkredit Depotbank AG sowie das Kommunalkredit-Kerngeschäft ab 28. November 2009. Das Jahresergebnis nach UGB enthält ebenso zwölf Monate der vormaligen Kommunalkredit Depotbank AG, jedoch sechs Monate des Kommunalkredit-Kerngeschäfts ab gesetzlichem Spaltungsstichtag 30. Juni 2009. Die UGB- und IFRS-Ergebnisse beinhalten jeweils kein volles Geschäftsjahr der restrukturierten Kommunalkredit. Die grafische Darstellung findet sich im Anhang 1. Das vorläufige Jahresergebnis nach IFRS beträgt EUR 2,9 Mio. Das vorläufige Jahresergebnis nach UGB beträgt EUR 5,3 Mio. Der Restrukturierungsplan wurde auf Basis eines Gesamtjahresergebnisses erstellt und sieht nach UGB für das erste Volljahr ein Nettoergebnis von EUR 8,2 Mio. vor. Das nunmehrige Ergebnis liegt über den Zielen des Restrukturierungsplanes. Die UGB-Betriebserträge der Berichtsperiode betrugen insgesamt EUR 21,3 Mio.; nach Betriebsaufwendungen von EUR 17,8 Mio. ergibt sich ein UGB-Betriebsergebnis von EUR 3,5 Mio. Nach außerordentlichen Ertrags- und Aufwandspositionen, inklusive der Bildung einer pauschalen Risikovorsorge im UGB-Ergebnis von EUR 5,8 Mio., verbleibt ein Jahresüberschuss von EUR 5,3 Mio. Dieser wird, gemeinsam mit freien Rücklagen, zur Dotierung der gesetzlich erforderlichen Haftrücklage verwendet, welche per Jahresende mit EUR 27,3 Mio. den gesetzlichen Erfordernissen entspricht. Für das Geschäftsjahr 2009 wird auf Basis der obigen Ergebnisse im Jahr 2010 keine Ausschüttung auf das Partizipationskapital erfolgen. Die Bilanzsumme der Kommunalkredit nach UGB beträgt zum 31. Dezember 2009 EUR 18,3 Mrd. Das Kernkapital liegt bei EUR 409,7 Mio., die Eigenmittel bei EUR 508,5 Mio. Daraus ergeben sich bei risikogewichteten Aktiva von EUR 2.740,2 Mio. eine Eigenmittelquote von 17,7 % und ein Tier-1-Ratio von 14,3 %. Vom Kundengeschäft entfallen EUR 10,0 Mrd. auf Darlehen an Kunden; EUR 2,7 Mrd. entfallen auf Forderungen und Wertpapiere zum Fair Value. Vom Kerngeschäft entfallen rund 65,8 % auf Österreich; 13,2 % auf Deutschland und die Schweiz; 21 % resultieren aus dem sonstigen benachbarten EU-Ausland. EUR 2,3 Mrd. werden zusätzlich als Liquiditätsreserve gehalten In den Forderungen an Kreditinstitute sind stichtagsbedingte Einlagen der KA bei der Kommunalkedit Finanz AG im Ausmaß von EUR 2,91 Mrd. enthalten, welche sich nach dem Bilanzstichtag wesentlich reduziert haben. Refinanzierungsstruktur Im Rahmen der Spaltung wurden der KA sämtliche strategischen langfristigen Refinanzierungen zugeordnet, inklusive dem Deckungsstock für fundierte Anleihen im Ausmaß von EUR 7,2 Mrd. Das Gesamtvolumen langfristiger Refinanzierungen beläuft sich zum 31. Dezember 2009 auf EUR 12,2 Mrd.; daraus resultiert eine wesentlich reduzierte Fristentransformation. Positive Neugeschäftsentwicklung Im kommunalen und infrastrukturnahen Kerngeschäft der Kommunalkredit konnte im Geschäftsjahr 2009 ein erfreuliches Neugeschäftsvolumen von EUR 590 Mio. generiert werden. Dies ist angesichts der Marktlage sowie des parallel laufenden, anspruchsvollen Restrukturierungsprozesses ein sehr erfreuliches Ergebnis. Es bestehen enge Kundenbeziehungen zu mehr als zwei Drittel der österreichischen Kommunen sowie zu allen führenden Infrastruktur- und Projekterrichtern und -betreibern des Landes. Die Kommunalkredit konzentriert sich nach ihrer Repositionierung auf das kommunale und infrastrukturnahe Projektgeschäft, um den Bedürfnissen ihrer Kunden mit problemlösungsorientierten Ansätzen zu dienen. Um dieser Zielsetzung zu entsprechen, wurden während des Jahres die Vertriebsaktivitäten kundenspezifisch gegliedert in - Soziale Infrastruktur (Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Pflegeheime) - Energie & Umwelt (nachhaltige Energieträger) - Verkehr (Straße, Schiene) Das Leistungsprofil umfasst dabei ein weites Spektrum, insbesondere - Budget-/Infrastrukturberatung - diverse Finanzierungen - Veranlagungsberatung - Förderungsberatung/-abwicklung Mit dieser Struktur ist die Kommunalkredit im gegenwärtigen Marktumfeld strategisch gut positioniert und erfreut sich eines sehr positiven Kundenechos. Restrukturierungs- und Spaltungsprozess Den Erfordernissen des FinStaG (Finanzmarktstabilitätsgesetz) und den Bestimmungen der Wettbewerbsbehörde der Europäischen Kommission entsprechend erfolgte im Frühjahr 2009 die Erarbeitung eines Restrukturierungsplans für die Bank, der nach Genehmigung durch den Aufsichtsrat vom Bundesministerium für Finanzen im Juni 2009 bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung eingereicht wurde. Die Restrukturierung stand unter folgenden Prämissen:

  • Vermeidung einer Destabilisierung des Finanzplatzes Österreich
  • Minimierter Einsatz öffentlicher Mittel bei Wahrung der Handlungsflexibilität für die Eigentümer
  • Vermeidung von überproportionalen Verlusten durch Abverkauf auf inaktiven Märkten und somit Wahrung von Wertaufholungspotenzialen
  • Umsetzung der Restrukturierung im Rahmen der rechtlichen Vorgaben

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(FinStaG, Interbankstabilitätsgesetz IBSG und EU-Recht)

Die bestmögliche Erreichung dieser Ziele lag in der Trennung von strategischen und nicht strategischen Geschäftsbereichen. Die Umsetzung erfolgte nach dem Spaltungsgesetz. Demzufolge wurde das strategische Kerngeschäft im kommunalen und Infrastrukturbereich auf die vormalige Tochter der Kommunalkredit, die Kommunalkredit Depotbank AG, abgespalten und diese in Kommunalkredit Austria AG unbenannt (KA).

Das nicht strategische Geschäft (Wertpapier- und CDS-Portfolio sowie die Kommunalkredit International Bank Ltd, KIB) verblieb in der vormaligen Kommunalkredit, welche in KA Finanz AG umfirmiert wurde (KF).

Nach Vorliegen aller behördlichen Genehmigungen und mit Zustimmung der Europäischen Kommission wurde die Spaltung in der Hauptversammlung vom 17. November 2009 beschlossen und nach plangemäßer Eintragung im Firmenbuch am 28. November 2009, 00.00 Uhr, rechtswirksam.

Kapitalerhöhung durch Eigentümer

Im Zuge der Spaltung wurden in die KA von den beiden Eigentümern neues Grundkapital in Höhe von EUR 220 Mio. und EUR 30 Mio. Gesellschafterzuschuss anteilsmäßig eingebracht (99,78 % Republik Österreich; 0,22 % Österreichischer Gemeindebund).

Damit verfügt die Kommunalkredit über eine gute Kapitalausstattung. Die Eigenmittel der Bank betragen EUR 508,5 Mio. Daraus resultiert eine Kapitalisierung von 17,7 % bei einem Tier-1-Ratio von 14,3 %.

Unterstützung durch die öffentliche Hand

Neben der erfolgten Kapitalerhöhung bestehen keine Unterstützungsmaßnahmen der öffentlichen Hand für die KA. Diese ist unter vollem Wettbewerb im Markt aktiv. Damit entspricht die KA auch den Zielsetzungen des Restrukturierungsplans, eine zukünftige Reprivatisierung der Bank zu ermöglichen.

Genehmigungsverfahren Europäische Kommission

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Restrukturierungsplans der Spaltung zugestimmt. Die endgültige Genehmigung der Restrukturierungsparameter wird im Laufe des Jahres erwartet.

Derzeit wird für die KF eine Bewertung eines Teils des Wertpapierportfolios (ca. 10 %) nach der "Impaired Asset Directive" vom 25. Februar 2009 durchgeführt. Dabei wird die Bewertung der Wertpapiere von externen Experten überprüft. Die Gespräche verlaufen positiv und konstruktiv.

Wesentliche Beteiligungen

Im Zuge der Spaltung wurden die Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC) und die Kommunalnet E-Government Solutions GmbH (Kommunalnet) als wesentliche Beteiligungen auf die KA übertragen.

Die KPC ist ein spezialisierter Anbieter für die Abwicklung von Förderprogrammen. Dabei hat sich die KPC im Wesentlichen auf die Bereiche Entwicklung, Implementierung und Management von Förderungsprogrammen v. a. im Umwelt- und Klimaschutzbereich spezialisiert. Basierend auf diesem langjährigen Know-how konnte die KPC ihr Beratungsangebot für nationale und regionale Behörden sowie internationale Organisationen und Finanzinstitutionen stetig ausbauen. Für mehr als 33.000 Einzelanträge wurden Förderungen von EUR 580 Mio. ausbezahlt. Dem stand ein Investitionsvolumen von EUR 2,5 Mrd. gegenüber; das zeigt die konjunkturell relevante Bedeutung dieser Förderungsmaßnahmen.

Kommunalnet ist eine 50-%-Beteiligung der Kommunalkredit (50 % werden vom Österreichischen Gemeindebund und seinen Landesverbänden gehalten) und fungiert als wichtige Intranet-Informations- und Arbeitsplattform für Gemeinden, Länder und Bund. Mit Ende Dezember waren auf Kommunalnet 1.942 österreichische Gemeinden mit 7.686 Nutzern registriert.

Ausblick

Die Kommunalkredit Austria AG ist auf Basis der Restrukturierung im kommunalen und infrastrukturnahen Geschäftsbereich gut positioniert. Die durchgeführte Spaltung erlaubt es der KA, einen problemlösungsorientierten Kundenbetreuungsansatz erfolgreich umzusetzen.

Im laufenden Geschäftsjahr wird eine weitere positive Entwicklung erwartet. Der Restrukturierungsplan der Kommunalkredit sieht für das Jahr 2012 ein Jahresergebnis von EUR 30 Mio. vor. Für 2010 wird rund ein Drittel dieses Betrags angestrebt. Die Umsetzung des neuen Geschäftsmodells soll die Basis für die beabsichtigte Reprivatisierung der Kommunalkredit sein.

Der Vorstand und die Mitarbeiter werden sich dieser lohnenden Aufgabe weiterhin mit vollem Engagement widmen. Die Kommunalkredit dankt allen Kunden, Marktpartnern und öffentlichen Stellen, welche die Bank bei der Umsetzung der wichtigen Restrukturierungsmaßnahmen unterstützt haben, und schätzt die aktive Zusammenarbeit mit den Kunden.

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Kommunalkredit Austria
Cornelia Schragl-Kellermayer (Kommunikation & Marketing)
Tel.: +43 (0)1/31 6 31-532 oder +43 (0)676/88 3163 532
c.schragl@kommunalkredit.at; www.kommunalkredit.at

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