Katastrophenversicherungen: Bescheidener Schutz

"Konsument": Sehr niedrige Deckung. Auf Leistungsobergrenzen achten.

Wien (OTS/VKI) - Nach einem Hochwasser, Erdbeben oder
Lawinenabgang sieht oft nicht nur das Heim, sondern auch die finanzielle Lage trist aus. Eine Ergänzung zum staatlichen Katastrophenfonds bieten private Versicherer mit einem Baustein in Haushalts- und Eigenheimpolizzen. Doch Schäden durch Naturkatastrophen sind nicht immer automatisch inkludiert. Neuere und vor allem teurere Polizzen enthalten zwar meist schon ein Katastrophenpaket, doch die übliche Basisabdeckung von 3.000 bis 10.000 Euro ist niedrig. Dies zeigt eine Erhebung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zu 19 Eigenheim- und Haushaltsversicherungen mit Katastrophendeckung. Damit man im Ernstfall die bestmöglichen Karten hat, lohnt es sich, die Polizzen -rechtzeitig - zu prüfen und zu verbessern, u.a. die Leistungsobergrenze und Kumul(schaden)grenze.

Leistungsobergrenze: Bei Versicherungen wie Allianz oder Wiener Städtische gilt diese pro Schadensfall. Dadurch kann mehrmals im Jahr eine Leistung in Anspruch genommen werden. Bei Generali oder Victoria Volksbanken gilt diese hingegen nur pro Jahr. Die Leistungsobergrenze erhöht sich mitunter durch Nebenkosten, die zusätzlich erstattet werden (z.B. 5.000 Euro bei Raiffeisen, 4.000 Euro bei Uniqa oder 1.500 Euro bei VAV).

Kumul(schaden)grenze: Diese gibt den Höchstbetrag vor, der von einem Versicherer für alle z.B. von einem Hochwasser Betroffenen ausgezahlt wird. Lediglich sechs Versicherer, darunter Basler, Grazer Wechselseitige und Victoria Volksbanken, kennen keine solche Einschränkung. Bei der Mehrzahl der Versicherer beträgt die Höchsthaftungssumme dagegen zwischen nur einer Million (Zürich/Zurich Connect) und 30 Millionen Euro (z.B. Allianz, Donau und Uniqa).

Eine höhere Deckung muss separat beantragt werden. Für Versicherte in gefährdeten Gebieten, wie zum Beispiel in Hochwasser- oder Lawinenzonen, ist ein Schutz oft nicht möglich. "Um in Schadensfall nicht von der geringen Leistung des Versicherers überrascht zu werden, raten wir, die Haushalts- und Eigenheimpolizzen durchzusehen, ob ein Katastrophenpaket enthalten ist, und wenn ja, wie hoch die Deckung ist", so VKI-Versicherungsexpertin Gabi Kreindl. "Wenn nicht nur das Gebäude, sondern auch der Hausrat versichert sind, sollte man darüber hinaus darauf achten, dass auch die Katastrophendeckung für beides gilt. Im Ernstfall können beide Summen addiert werden, was einen gewissen Basisschutz bietet."

"Sowohl für Versicherte als auch für Versicherer ist die derzeitige Situation unzureichend. Daher gibt es seitens der Versicherungswirtschaft mittlerweile Bestrebungen, eine Pflichtversicherung für Naturkatastrophen einzuführen", so Kreindl abschließend.

Weitere Tipps zum Thema gibt es ab sofort auf www.konsument.at sowie ab dem 22.4. in der Mai-Ausgabe des Testmagazins "Konsument".

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Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
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www.konsument.at

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