Neues Volksblatt: "Sandmännchen" (von Franz Schöffmann)

Ausgabe vom 19. April 2010

Linz (OTS) - Sie kennen das Sandmännchen? Das jeden Abend zu den kleinen Kindern kommt und ihnen Sandkörnchen in die Augen streut, damit sie gut schlafen und träumen können?
Auch dieser Tage streut einer den Steuerzahlern Sand in die Augen. Zur Budgetsanierung brauche es keine neuen oder höheren Massensteuern, sagt er und gibt sich entschlossen: Das werde er nicht zulassen. Es genügte, jene zur Kasse zu bitten, die die Wirtschaftskrise verursacht hätten: die reichen Banken und die reichen Spekulanten.
Der Herr Bundeskanzler weiß allerdings auch, dass es fürs Sanieren des Budgets noch viel mehr als nur eine Reichensteuer braucht. Er sagt es nur nicht. Es braucht einen nationalen Kraftakt, eine viel schlankere Verwaltung, tief gehende Reformen, Diskussionen, die heiße Eisen aufgreifen, es braucht - auch wenn's sehr viele als ungerecht empfinden - höhere Massensteuern.
Es braucht vor allem wache Politiker, die den Wählern reinen Wein einschenken, die Verantwortung ernst nehmen und nicht den Kindern eine immense Schuldenlast aufbürden wollen. Es braucht keine Populisten, deren Horizonte nur bis zur nächsten Wahl reichen - und es braucht schon gar keine Sandmännchen.

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