Musiol zu Auslandsadoptionen: Amerikanerin retourniert Kind per Luftpost nach Russland

"Kämpfe für gemeinsame Lösung und Rechtssicherheit in Österreich"

Wien (OTS) - Daniela Musiol, Familiensprecherin der Grünen, nimmt einen internationalen Fall zum Anlass, wieder "Rechtssicherheit für adoptionswillige Eltern und schutzbedürtige Kinder" einzufordern. Der aktuelle Fall, wonach laut internationaler Medienberichte eine amerikanische Mutter aus Tennessee ein aus Russland stammendes 7-jähriges Adoptivkind allein ins Flugzeug gesetzt und nach Moskau zurückgeschickt hat, hat die Wellen zwischen den USA und Russland hochgehen lassen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew nannte den Vorfall "eine ungeheurliche Tat". Die Mutter hatte das Kind erst vor sechs Monaten adoptiert. In einem Brief, den sie dem Kind mitgab, schrieb sie, dass sie den Buben nicht mehr wolle, weil er schwierig sei, wahrscheinlich psychisch krank und dass das Waisenhaus, wo sie ihn geholt hatte, nicht die Wahrheit über das Kind gesagt habe. Die russischen Behörden und der Kinderrechtsbeauftragte weisen diese Darstellung der Mutter zurück.

Die Mutter bat auch in diesem Brief angeblich die russischen Behörden, die Adoption rückgängig zu machen. "Es geht doch nicht, dass man ein Kind wie eine Ware zurückgibt, weil sie einem nicht gefällt", sagt Musiol, "wenn es so wie kolportiert wird stattgefunden hat, dann ist das wie die Retournierung einer Ware per Luftpost. Das ist verantwortungslos". Dieser Vorfall reihe sich - nach Haiti und die dortige "Entführung" von Kindern zum Zwecke der Zuführung zur Adoption - in eine beunruhigende Anzahl von Fällen ein, sagt die Grüne. Abgesehen davon, dass es juristisch hochsensibel sei - das Kind ist inzwischen amerikanischer Staatsbürger - zeige der Vorfall, wie wichtig einheitliche Regelungen zu Auslandsadoptionen auch auf internationaler Ebene seien. Musiol: "Auch in Österreich fehlt es an ausreichender Nachbetreuung für Adoptionsfamilien und kann es Fälle geben, bei denen die Vorgänge im Herkunftsland des Kindes nicht ausreichend geklärt sind. Dieser Misstand gehört behoben. Auch Österreich braucht einheitliche und klare Regelungen für Auslandsadoptionen, wie ich nicht müde werde zu fordern".

Gleichzeitig seien schon Schritte eingeleitet worden, um die offenen Fragen inhatlich konkret zu klären, sagt Musiol. "Neben vielen anderen wichtigen Personen haben auch VertreterInnen der Regierungsparteien letzte Woche an einem parteiübergreifenden ExpertInnentreffen teilgenommen, das ich organisiert habe", sagt Musiol und ergänzt: " Dieses Treffen lässt hoffen, dass den Verantwortlichen Handlungsbedarf bewusst ist, um Rechtssicherheit für adoptionswillige Eltern und vor allem die Kinder zu erreichen. Die Gespräche werden fortgesetzt um eine gemeinsame Lösung zu finden, abseits des parteipolitischen Gezänks. "Dieses Thema verdient eine gemeinsame und parteiübergreifende Lösung, die nicht nur das Juristische regelt und Rechtssicherheit schafft, sondern auch das Wohl des Kindes und die Interessen der Eltern schützt. Dafür werde ich weiterkämpfen", sagt Musiol.

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