Marek: Beherrschen der deutschen Sprache ist Schlüssel zur Integration

Staatssekretärin Marek beim Abschlussfest des Projekts "Chai"

Wien (OTS/BMWFJ) - "Die Bereitschaft zur Integration ist viel größer, als viele glauben, und dazu gehört vor allem die Beherrschung der deutschen Sprache und Kenntnisse über Gepflogenheiten und Kultur. Frauen und Mütter spielen bei der Vermittlung der Sprache an die Kinder eine besonders tragende Rolle, und daher ist es wichtig, dass sie zunächst einmal selbst Deutsch lernen", betonte Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, am Freitag beim Abschlussfest des "Chai"-Projektes, das das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ) und den Jungen Musliminnen Österreich (JMÖ) durchgeführt hat. In dessen Rahmen haben sich Gruppen einmal in der Woche abwechselnd in der Wohnung einer der Teilnehmerinnen bei einer gemütlichen Chai (Tee-Runde) gemeinsam mit einer Coachin der MJÖ/JMÖ getroffen, um einerseits über ihren Alltag, andererseits über Wissenswertes zur besseren Bewältigung des Alltags zu reden. Dabei durfte nur Deutsch gesprochen werden.

"Projekte wie Chai oder das vorangegangene Projekt Fatima zeigen uns, dass die aktive Beteiligung von Frauen am gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben auch ein großes Anliegen der muslimischen Frauen selbst ist. Viele muslimische Stimmen, wie die der Muslimischen Jugend Österreich und der Jungen Musliminnen sorgen dafür, dass mehr Muslime und Musliminnen beruflich und gesellschaftlich verankert sind und damit ihren Beitrag zum Zusammenleben in Österreich leisten", so Marek weiter. Es gehe darum, nicht einfach nebeneinander in Ghettos zu leben. Es müsse besser gelingen, miteinander in Beziehung zu treten, betonte die Staatssekretärin.

Vielfalt ist etwas Positives und eine Chance

Ausdrücklich sprach sich Marek "für einen respektvollen Umgang der gegenseitigen Werte und Traditionen" aus, zumal Integration für sie stets einen zweiseitigen Prozess bedeute: "Die Vielfalt ist eine Chance, und wenn verschiedenste Kulturen zusammen kommen, zusammen leben, dann ergibt das immer eine Bereicherung." Eine klare Absage gab es daher für all jene, "die in der politischen Auseinandersetzung nur das Ziel verfolgen, Menschen gegeneinander auszuspielen, um damit politisches Kleingeld zu wechseln". Viel mehr seien, so die Staatssekretärin, gegenseitige Kontakte und ein intensiver Dialog und Austausch wichtig. Denn nur gemeinsam sei es möglich, Antworten auf die in der Öffentlichkeit diskutierten Fragen zu finden.

Man müsse Integrationsdefizite möglichst früh abbauen und dafür sorgen, dass die Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen in die Schule kommen. Das verpflichtende Kindergartenjahr leiste hier einen wichtigen Beitrag. "Ohne die Beherrschung der deutschen Sprache kommen die Kinder in der Schule nicht mit und somit nur zu unterdurchschnittlichen Bildungsabschlüssen. Außerdem bremsen Kinder mit Sprachdefiziten die gesamte Klasse, erhalten noch schwerer einen Ausbildungsplatz und nur minderwertige Arbeitsplätze. So entsteht aus mangelnder Integration ein Teufelskreis, der in sehr vielen Fällen zur Ausgrenzung führt", mahnte Marek.

Projekt soll weitergeführt werden

Abschließend kündigte Marek an, dass das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend sich aktiv an der Weiterentwicklung des Projekts "Chai" und an der Suche von Ausweitungsmöglichkeiten gemeinsam mit der Muslimischen Jugend Österreich und den Jungen Musliminnen Österreich beteiligen werde. Das Projekt habe den Menschen das Gefühl gegeben, dass sie mit ihren Problemen wahrgenommen und auf gleicher Augenhöhe angenommen werden. Ziel sei es, ein niederschwelliges Angebot flächendeckend in Österreich einzurichten und als offizielles Deutsch-Ausbildungsprogramm anerkannt zu werden. "Chai ist im ureigensten Sinn ein Versuch, weg zu kommen von traditionellen Sprachkursen und unter besonderer Wertschätzung der verschiedensten Kulturkreise die Frauen dort 'abzuholen' wo sie sind, nämlich bei sich zu Hause. Damit ist Chai nicht nur ein Sprachkurs sondern eine Weiterbildungsmaßnahme die ganz besonders auf die individuellen Lebenssituationen der Frauen und ihre Bedürfnisse eingeht", sagte die Staatssekretärin, die als Höhepunkt der Veranstaltung den Teilnehmerinnen abschließend die Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme an diesem Projekt übergab.

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