Gemeinsame Erklärung des Bundesministeriums für Justiz und der Bischofskonferenz

Gespräch zwischen Bandion-Ortner und Schönborn am 16. Apri 2010

Wien (OTS) - Bundesministerin Claudia Bandion-Ortner und der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Dr. Christoph Schönborn, sind am 16. April im Bundesministerium für Justiz zu einer Unterredung betreffend den Umgang mit Fällen des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen zusammengetreten.

Der Kardinal wurde von Generalvikar Franz Schuster und dem Leiter des Amtes für Rechts- und Liegenschaftsangelegenheiten der Erzdiözese Wien, RA Dr. Erich Ehn begleitet. Bundesministerin Bandion-Ortner, die auch mit der Opferbeauftragten der Katholischen Kirche Waltraud Klasnic im ständigen Gespräch ist, erläuterte die Ergebnisse des von ihr und Staatssekretärin Christine Marek initiierten Runden Tisches, den sie als Startschuss für eine nachhaltige Entwicklung im Kampf gegen Kindesmissbrauch bezeichnete: So soll es unter anderem zur stärkeren Vernetzung der unterschiedlichen Bereiche und Ebenen kommen, es werden bei den Staatsanwaltschaften eigene Kontakt-Staatsanwälte für Missbrauchsopfer eingerichtet und, wie Staatssekretärin Christine Marek bereits nach dem Runden Tisch bekannt gegeben hat, soll die Hotline der MÖWE-Kinderschutzzentren ausgebaut und ab sofort unter 0800 80 80 88 täglich kostenlos von 9.00 bis 19.00 Uhr zur Verfügung stehen.

Während hier bewusst eine von der Kirche unabhängige Institution beauftragt worden ist, verwies Kardinal Schönborn darauf, dass die katholische Kirche eine Homepage eingerichtet hat, auf der über die kircheneigenen Hilfsangebote für Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch informiert wird (www.ombudsstellen.at).

Bandion-Ortner und Schönborn waren sich darin einig, dass Gewalt und sexueller Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem sei, dem es gelte in Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Kräften entgegenzutreten. Justizministerin Claudia Bandion-Ortner verwies darauf, dass staatliche Stellen auf Basis von Medienberichten oder Anzeigen tätig würden und Ermittlungsverfahren ganz unabhängig davon eingeleitet werden, aus welchem Bereich die Täter stammen.

Kardinal Schönborn verwies seinerseits darauf, dass staatliche Gesetze zur Meldung von Vergehen natürlich stets und überall befolgt werden sollen, wie dies auch in einem vor kurzem veröffentlichtem päpstlichem Schreiben festgehalten ist. Jedenfalls kommt es kirchlicherseits zur Anzeige, wenn dies das Opfer wünscht oder eine Anzeige im Sinne der Prävention notwendig ist.

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