- 15.04.2010, 16:05:10
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"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Der Nicht-Wahlkampf"
Für ein echtes Rennen um die Hofburg bräuchte man zumindest echte Gegner.
Wien (OTS) - Im Fernsehen sieht man Diskussionsrunden mit
Parteisprechern, Sekretären und Ex-Sekretären.
Die Kandidaten werden vor laufender Kamera von Schülern befragt.
Auch in vielen Printmedien steigt von Tag zu Tag der Erregungsgrad im
sogenannten "Rennen um die Hofburg". Fast hat man den Eindruck, als
würde so etwas Ähnliches wie ein echter Wahlkampf stattfinden.
Dabei fehlen dafür zentrale Parameter. Aber in unserer
superlativischen Zeit, in der heute alles größer sein muss als
gestern, ist das richtige Augenmaß längst verloren. Für ein Match
um die Hofburg bräuchte man: Zumindest zwei Kandidaten, die
Siegeschancen haben; klare Spielregeln, also seriöse Themen, die es
zu debattieren gilt, und nicht nur Ablehnungshaltungen; und
Hochspannung bis zum Schluss. All das ist nicht gegeben.
Verglichen mit dem Sport ist diese Wahl kein
Champions-League-Spiel und nicht einmal eines der
Landesmeisterschaft. Im Maximalfall ein Cup-Match, bei dem jemand aus
der Ersten Liga gegen einen Drittligisten antritt (auch wenn es da
schon Überraschungen gegeben hat). Hoffentlich gehen am Tag des
Spiels mehr Menschen hin als nur die Hard-Core-Fans. Das zu
erreichen, ist der eigentliche Sinn dieses Nicht-Wahlkampfes.
Rückfragehinweis:
KURIER, Kulturredaktion
Tel.: (01) 52 100/2722
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