Warum will Fekter keine Zivildiener bei der Polizei?

ÖGJ: Politik verweigert wieder einmal Gleichberechtigung

Wien (OTS/ÖGB) - "Offenbar will Innenministerin Maria Fekter keine Polizisten, die zuvor in Sozialeinrichtungen gedient haben, statt sich an der Waffe drillen zu lassen", kritisiert Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), dass für Zivildiener auch weiterhin Berufsverbot in der Polizei und in anderen Wachkörpern gelten soll. "Dabei wären soziale Kompetenzen für angehende Polizisten mindestens ebenso wichtig wie die Tatsache, dass sie schießen gelernt haben", sagt Michlmayr.++++

Das "Angebot", den Präsenzdienst nachzumachen, ist alles andere als eine gute Lösung. Michlmayr: "Ich bin dagegen, dass Zivildiener, die ohnehin schon viel länger dienen müssen als die Präsenzdiener, dann noch einmal eingezogen werden, nur weil sie Berufschancen in der Polizei sehen."

Die in Aussicht gestellte Zivildienstreform sei genau gar kein Trost für jene, die jetzt zur Polizei gehen wollen. "Beim bisher üblichen Reformtempo sind die jetzt 19-Jährigen dann auch schon über 30 und haben somit das Höchsteintrittsalter bei der Polizei überschritten.

Langfristig fordert die ÖGJ die komplette Abschaffung der Gewissensklausel für Zivildienstwillige. "Soldaten sind wichtig, Zivildiener aber mindestens ebenso. Diese Wahrheit muss auch die Politik endlich anerkennen und den jungen Männern die freie Wahl zwischen Zivil- und Präsenzdienst lassen", fordert Michlmayr.

Die ÖGJ fordert:

+ Verpflegungsgeld in der Höhe von 26,40 Euro pro Tag, ohne Abzüge + volle Freifahrt auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln
+ Anhebung der Höchstgrenze für die Wohnkostenbeihilfe auf 40 Prozent des letzten Bruttobezugs
+ sofortiger Stopp des Berufsverbots in Wachkörpern
+ deutliche Verkürzung der Wartezeit auf die Zuweisung
+ Entfall der Gewissensklausel
+ Österreichweite Zivildiener-Vertretung

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Florian Kräftner
Tel.: (01)53 444-39 264

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