Kärntner Bildungsreferent Scheuch lobt EuGH-Urteil

Kritik an EU-Bildungspolitik - EU-Urteil zeigt klar die dringend notwendigen Reformen in der Universitätspolitik der EU auf

Klagenfurt (OTS/LPD) - "Das aktuelle Urteil des EuGH über die belgischen Quoten für den Hochschulzugang im Gesundheitsbereich ist auch ein wichtiges Signal für die Ausbildungschancen der österreichischen Jugend", stellte heute, Donnerstag, Bildungs- und Jugendreferent LHStv. Uwe Scheuch fest.

Die tertiäre Ausbildung an den österreichischen Universitäten und an den Fachhochschulen sei wichtig, um die heimischen Führungskräfte von morgen auszubilden, so Scheuch. "Ich kann mir durchaus die Wiedereinführung der Studiengebühren vorstellen. In Verbindung mit einem Uni-Scheck für Absolventen österreichischer Schulen und mit dementsprechenden Stipendien könnte man so unseren Studenten den Zugang zum Studium und die Absolvierung von Kursen und Prüfungen wieder erleichtern", führte Scheuch aus.

Österreich müsse seinen Schwerpunkt viel stärker auf die Ausbildung der eigenen Jugend legen - schließlich würden Bildungseinrichtungen wie Universitäten und Fachhochschulen ja auch aus heimischen Budgetmitteln finanziert und im FH-Bereich sogar teilweise aus Mitteln der Länder. "Wir finanzieren die Universitäten und FHs nicht als Selbstzweck, sondern als Ausbildungsstätten unserer Jugend. Deren Ausbildung muss Vorrang haben, sonst werden heimische Unternehmen künftig noch schwerer zu hochqualifizierten Fachleuten kommen. Denn Studenten aus anderen europäischen Ländern kehren nun mal im überwiegendsten Fall wieder in ihre Heimat zurück", stellt Scheuch als für Fachhochschulen zuständiger Referent fest.

Die Kooperation aller Mitgliedsstaaten in der EU sei zwar in der grenzüberschreitenden tertiären Ausbildung dokumentiert, der EuGH habe aber in seinem Urteil über die belgische UNI-Quotenregelung klar dokumentiert, dass Universitäten von Mitgliedsstaaten nicht über Gebühr von Studierenden anderer Mitgliedsstaaten strapaziert werden dürften. Hier bestehe laut Scheuch Reformbedarf.

"Die Grundidee des Bologna-Prozesses war gut. Die diversen Austauschprogramme sind eine exzellente Weiterbildungschance für junge Leute. Aber die Praxis und jetzt endlich auch der EuGH zeigen die Grenzen des freien Universitätszugangs in Europa auf", meinte Scheuch. Der Bildungsreferent verlangt auch eine Änderung der Bildungspolitik - sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene. "Numerus clausus-Regelungen und der geschickte Einsatz von teilweise überhöhten Studiengebühren sind auch in anderen Ländern ein legitimes Mittel, um den Zuzug ausländischer Studenten zu beschränken. Diese Vorgehensweise muss man auch in Österreich viel stärker ins Auge fassen", forderte Scheuch.
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