Heinisch-Hosek: Frauen verdienen in keinem Beruf und in keiner Branche mehr als Männer

Von Lohngerechtigkeit sei Österreich leider noch weit entfernt

Wien (OTS) - "Wir haben in Österreich keine Lohngerechtigkeit. Wir haben in Österreich keinen Bereich, wo Frauen mehr verdienen als Männer", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der burgenländischen Landesrätin Verena Dunst in Eisenstadt. Frauen würden für die gleiche Arbeit um bis zu 15 Prozent weniger verdienen als die Männer, so die Ministerin.

Bei den Bruttostundenlöhnen würden Frauen um 25 Prozent weniger entlohnt. Um gleich viel Geld zu verdienen müssten Frauen heuer um 70 Tage länger arbeiten als ihre männlichen Kollegen. Die Ministerin schlage daher fünf Punkte vor, um einen deutlichen Schritt in Richtung Lohngleichheit weiterzukommen.

Um in Zukunft für die gleiche Arbeit auch gleich viel bezahlt zu bekommen, brauche es Einkommenstransparenz, ist Heinisch-Hosek überzeugt. Es gehe darum, die durchschnittlichen Gehälter von Frauen und Männer in unterschiedlichen Gehaltsstufen in den Betrieben zu veröffentlichen. Sie könne sich auch vorstellen, dass in Zukunft bei Stelleninseraten das zu erwartende Gehalt ausgewiesen werde.

Für Teilzeitbeschäftigte wolle die Ministerin erreichen, dass diese über offene Vollzeitjobs im Betrieb verpflichtend informiert werden, bevor die Jobs nach außen ausgeschrieben werden. "Jede vierte Teilzeitkraft würde gerne ihre Stundenanzahl aufstocken und mehr arbeiten", begründet Heinisch-Hosek ihre Forderung.

Um mehr Frauen in den Führungsetagen der Unternehmen zu bringen, forderte die Ministerin eine 40-prozentige Frauenquote für Aufsichtsratsfunktionen. Sie bleibe bei ihrem Ziel, habe aber dem Koalitionspartner einen Vorschlag für einen Stufenplan vorgeschlagen, um endlich einen Schritt weiterzukommen.

Abschließend bekannte sich Heinisch-Hosek zu einem weiteren Ausbau der Kinderbetreuungsplätze: "Auch in Zeiten der Budgetsanierung dürfen wir nicht bei den Zukunftsausgaben sparen. Jeden Euro, den wir in die Kinderbetreuung investieren, kommt doppelt zurück". Damit der Bund bis zum Ende der Legislaturperiode den Ausbau mitfinanzieren könne, habe sie einen Vorschlag des WIFO aufgegriffen. Dieser Vorschlag würde vorsehen, den Alleinverdienerabsetzbetrag für Paare, die keine Kinder (mehr) betreuen, zu streichen und das Geld in den Ausbau der Betreuungsplätze umzuschichten. Hier gehe es um 60 Millionen Euro, sagte die Frauenministerin abschließend.

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