Ludwig/TÜV AUSTRIA: Stagnierende Aufzugsnachrüstung im privaten Bereich

Aufzugstag im Wiener Rathaus mit rund 400 TeilnehmerInnen

Wien (OTS) - Beim gestrigen 9. Aufzugstag des TÜV AUSTRIA unter
der Patronanz von Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig präsentierten und kommentierten namhafte Vortragende aus der Wirtschaft, von Behörden und Interessensvertretungen aktuelle Änderungen am Aufzugssektor. Neben neuen Entwicklungen im Aufzugsbereich und dem Thema Energieeffizienz bei neuen und bestehenden Aufzügen bildete auch die technische Nachrüstung einen Schwerpunkt. Denn das Neue Wiener Aufzugsgesetz schreibt vor, dass alle Wiener Personenaufzüge bis März 2012, allerspätestens aber bis März 2013, mit Fahrkorbtüren ausgestattet sein müssen. Die jüngste Bilanz des TÜV Austria zeigt jedoch: Während die Aufzugsnachrüstung bei Wiener Wohnen termingerecht voranschreitet, ist im privaten Bereich eine Stagnation zu verzeichnen. Nachdem die Aufzugsfirmen nicht über die Ressourcen verfügen, einen "last-minute-Ansturm" vor dem Ablauf der gesetzlichen Frist zu bewältigen, droht - so die betroffenen Aufzugsbetreiber nicht rasch entsprechende Maßnahmen einleiten - ein Engpass.

"Um auch noch die verbleibenden Aufzüge in der gesetzlich vorgeschriebenen Frist bis allerspätestens März 2013 an den Stand der Technik anzupassen und einen möglichen Engpass bei den technischen Adaptierungen zu vermeiden, fordern wir die verantwortlichen Aufzugsbetreiber auf, die notwendigen Nachrüstungen rasch voranzutreiben", betonte DI Gottfried Jung, Geschäftsbereichleiter für Aufzugstechnik, TÜV AUSTRIA.

"Die Stadt Wien unterstützt nicht nur im Rahmen von geförderten Sanierungen die Errichtung von Aufzügen und fördert behindertengerechte Maßnahmen, wie etwa den Einbau von Treppenliften, sondern greift auch Aufzugsbetreibern bei der Nachrüstung von Aufzügen, so es notwendig ist, finanziell unter die Arme", erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.
Der Einbau einer Fahrkorbtür kostet durchschnittlich 4.500 Euro und wird von der Stadt Wien mit bis zu 40 Prozent gefördert. Behindertengerechte Um- und Einbauten im Wohnbereich werden mit nicht rückzahlbaren Einmalzuschüssen bis zu 75 Prozent der förderbaren Kosten unterstützt.

Nachrüstungs-Bilanz

In Wien gibt es insgesamt mehr als 34.000 Personenaufzüge, die meisten davon wurden bereits auf den aktuellen, gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsstandard gebracht und mit Fahrkorbtüren ausgestattet. Dennoch gibt es noch rund 4.700 Lifte, bei denen eine Nachrüstung erforderlich ist.
Rund 900 Aufzüge sind in den 2.000 Wiener Gemeindebauten mit insgesamt rund 7.700 Liften noch nachzurüsten, rund 3.800 in anderen Wohnhäusern Wiens. Alle Aufzüge in den städtischen Wohnhausanlagen, auch jene ohne Fahrkorbtüre, verfügen über zumindest eine zusätzliche Sicherheitsvorkehrung, wie bewegliche Sicherheitsschwellen, Lichtschranken oder Lichtvorhänge, um Unfälle zu vermeiden. Zudem sind fast alle Wiener Wohnen-Aufzüge mit einem Notrufkommunikationssystem ausgestattet.
Ludwig: "Die Aufzugsnachrüstungen in den Wiener Gemeindebauten sind sehr gut im Plan und werden das Ziel, alle Aufzüge auf modernen Sicherheitsstandard zu bringen, bis zum Ablauf der gesetzlichen Frist erreichen."

Wiener Aufzugsgesetz Durch das Wiener Aufzugsgesetz (WAZG), das am 23. März 2007 in Kraft trat, wurde ein Zweistufen-Plan zur Erhöhung der Benutzungssicherheit von Aufzügen vorgeschrieben: Im ersten Schritt mussten Personenaufzüge - innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes - auf das Vorhandensein von Gefährdungssituationen mit höherem Sicherheitsrisiko, vor allem fehlende Fahrkorbtüren, überprüft werden. Für dabei festgestellte Mängel gilt eine Nachrüstungspflicht von fünf Jahren; bei unmittelbarer Gefahr musste die Anlage gesperrt werden. Über die Prüfung durch den Aufzugsprüfer hinaus ist als zweiter Schritt vom Aufzugsbetreiber eine umfassende Sicherheitsprüfung durch eine akkreditierte Prüfstelle für Aufzüge durchführen zu lassen. Diese detaillierte Sicherheitsprüfung muss je nach Baujahr des Aufzuges bis spätestens Ende 2012 abgeschlossen sein.

Service

Weiterführende Informationen zu den Nachrüstungs-Förderungen der Stadt Wien für Personenaufzüge können beim wohnfonds_wien unter der Tel.: 01/403 59 19-0, E-Mail: office@wohnfonds.wien.at erfragt werden.

Die Kompetenzstelle für barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen informiert zum Thema behindertengerechte Um- und Einbauten.
Tel.: 01/4000-25345, E-Mail: info@barrierefreiestadt.wien.at

Die Wiener Baupolizei - MA 37 hat ein Merkblatt mit den wichtigsten Informationen zur Aufzugsnachrüstung ins Internet gestellt. Abrufbar unter: www.wien.at/wohnen/baupolizei/erhalten/index.html

Fachinformationen zum Thema Aufzüge sind bei der TÜV AUSTRIA SERVICES GMBH, Geschäftsbereich Aufzugstechnik unter
Tel.: 01/332 42 81-6922, E-Mail: at@tuv.at, www.tuv.at erhältlich.

Umfassende Informationen bietet auch die aktualisierte Ausgabe des Leitfadens "Aufzugsgesetze in Österreich", Edition TÜV AUSTRIA (Preis: 30 Euro zzgl. USt. und Versandkosten), weiters die neue DVD "Aufgaben eines Aufzugwärters" (Preis: 4,90 Euro zzgl. USt. und Versandkosten). Buch und DVD können bei TÜV AUSTRIA unter Tel.:
01/617 52 50-8180 bestellt werden.

Rückfragen & Kontakt:

Christiane Daxböck, Mediensprecherin Vbgm. StR Dr. Michael Ludwig Tel.: 01 4000-81869
christiane.daxboeck@wien.gv.at

Thomas Rochowansky, MBA,
TÜV AUSTRIA
Tel.: 01/617 52 50-8191
E-Mail: tr@tuv.at

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