- 15.04.2010, 11:52:43
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Europaweiter Schlag gegen kriminelle Organisation aus Litauen
18 Verhaftungen in Europa - Bundeskriminalamt federführend beteiligt
Wien (OTS) - In Rahmen der internationalen Operation "I-Pod"
konnte eine von Litauen aus agierende Tätergruppe zerschlagen werden.
An der Operation, die federführend vom Bundeskriminalamt und Europol
geleitet wurde, konnten bisher europaweit 18 Personen festgenommen
werden, darunter vier Personen der obersten Führungsebene. Die
Tätergruppe steht im Verdacht, seit 2008 mehr als zwei Dutzend
Geschäfteinbrüche mit der sogenannten Rammbockmethode in Österreich,
Deutschland, Schweden, Belgien, Italien und Frankreich begangen zu
haben. Der Schaden beträgt rund 1,5 Millionen Euro.
"Die Operation zeigt, dass wir mit dem Masterplan gegen
Einbruchskriminalität und internationaler Zusammenarbeit auch im
Ausland aufhältige Tätergruppen bekämpfen können", sagte Dr. Ernst
Geiger, Leiter der Abteilung für Ermittlungen, Organisierte und
Allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt. "Erstmals ist es uns
gelungen in Zusammenarbeit mit den litauischen Behörden einen Schlag
gegen eine litauische Organisation in ihrem Heimatland
durchzuführen."
Beamte des Bundeskriminalamts unterstützen in Litauen die örtlichen
Polizeibehörden bei der Zerschlagung der Tätergruppe. In
Zusammenarbeit mit österreichischen und schwedischen Ermittlern
wurden von litauischen Spezialeinheiten neun Festnahmen und 16
Hausdurchsuchungen an den Wohnadressen der Täter durchgeführt und
umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.
Seit dem Jahr 2008 kam es in den Bundesländern Tirol, Oberösterreich,
Salzburg, und Wien wiederholt zu schweren Einbrüchen in
Elektrogroßhandelsketten. Die Einbrüche liefen alle nach dem gleichem
Muster ab: die Täter fuhren mit gestohlenen Fahrzeugen durch die
Eingangsportale der Geschäfte (Rammbockmethode) und entwendeten
innerhalb kürzester Zeit hochwertige Elektronikartikel (Kameras,
Mobiltelefone, Notebooks, MP3-Player.). "Im Regelfall dauerte die
Aktion nicht länger als 90 Sekunden", sagte Geiger. Europaweit wurden
35 derartige Einbrüche verübt, acht davon in Österreich.
Aufgrund der länderübergreifenden Vorgangsweise der Täter wurde im
Bundeskriminalamt die ARGE "i-Pod" unter Federführung der
Staatsanwaltschaft Innsbruck gegründet. "Durch die enge
Zusammenarbeit mit ausländischen Polizeibehörden stellten wir fest,
dass die Täter auch in Schweden, Belgien, Italien und Frankreich
aktiv waren. Die weiteren Ermittlungen in Zusammenarbeit mit Europol
ergaben, dass es sich bei den Tätern um eine hierarchisch
organisierte Gruppierung aus Litauen handelt", sagte Geiger.
Maßgeblich an der Operation waren auch das Landeskriminalamt Tirol
und Oberösterreich beteiligt.
Die oberste Ebene der Tätergruppe machte von Litauen Vorgaben, in
welches Geschäft einzubrechen ist und welche Waren mitzunehmen sind.
Die Aufträge wurden an die Gruppenführer weitergeben, die mit ihren
Soldaten in das jeweilige Land reisten und die Einbrüche
durchführten. Die Länder selbst wurden immer wieder gewechselt, um
den Polizeibehörden die Aufklärung der Straftaten zu erschweren. "Vor
den Einbrüchen wurde das jeweilige Geschäft von den Gruppenführern
sehr genau ausgekundschaftet, es wurden Pläne gezeichnet und jeder
Soldat wurde genauestens über seine Aufgabe beim Einbruch
instruiert", sagte Geiger. Bei der Durchführung der Einbrüche waren
bis zu neun Täter beteiligt. Die erbeuteten Waren wurden mittels
Lastkraftwagen oder speziell dafür umgebauten Fahrzeugen nach Litauen
gebracht und an die Hintermänner weitergegeben, die den Verkauf der
Waren organisierten.
Im Laufe der Ermittlungen konnten innerhalb der Organisation vier
operierende Gruppen ausgeforscht werden, die die Einbrüche über
Auftrag durchführten.
Rückfragehinweis:
Mag. Alexander Marakovits
Bundeskriminalamt
0043 664 813 21 00
alexander.marakovits@bmi.gv.at
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