Stiefkind Entwicklungszusammenarbeit

Wien (OTS) - "Österreich ist ein reiches, großzügiges Land. Es darf das Recht auf Entwicklung der Menschen in Entwicklungsländern nicht weiter untergraben, wenn es auf der internationalen Bühne noch glaubwürdig sein will", kommentiert Rupert Roniger, Geschäftsführer von 'Licht für die Welt', die gestern veröffentlichten Zahlen zur Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

Aus der OECD-Statistik geht hervor, dass Österreich 2009 nur 0,3% des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben hat. Damit gehört Österreich neben Griechenland, Italien und Portugal zu den europäischen Schlusslichtern in Sachen Solidarität mit den Ärmsten.
Bereits im vergangenen Jahr hat die österreichische Bundesregierung in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe 378 Millionen Euro eingespart - damit entfernt sich Österreich immer weiter von seinem Bekenntnis, bis 2015 0,7% des BNE für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen.

Millenniumsentwicklungsziele (MDGs): Halbierung der Armut weltweit bis 2015
"Die Entwicklungszusammenarbeit ist eine Investition in die Zukunft. Sie muss auf langfristigen Plänen basieren und darf die Millenniumsentwicklungsziele nicht aus den Augen verlieren", argumentiert Rupert Roniger von 'Licht für die Welt'.

Schwerwiegende Konsequenzen dieser Kürzungen
In den Armutsgebieten unserer Erde fehlt damit das Geld für Ärzte, Ausbildung, Medikamente und medizinische Geräte, Krankenhäuser werden nicht gebaut. Konkret bedeuten diese Einsparungen, dass Menschen, die eine dringende Operation brauchen, diese nicht bekommen. Und dass viele Kinder auf der ganzen Welt weiterhin nicht in die Schule gehen können.
Die Folgen finanzieller Einsparungen sind für die ärmsten Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika verheerend: Behinderungen nehmen zu, weil es keine Rehabilitationsmaßnahmen gibt. Die Überlebenschancen von behinderten Kindern schwinden.

Im September 2010 werden die Millenniumsentwicklungsziele auf ihre Wirksamkeit überprüft. "Wenn Österreich als internationaler Player anerkannt werden will, darf es sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen", so Rupert Roniger.

'Licht für die Welt' kümmert sich derzeit in 128 Hilfsprojekten weltweit um 600.000 blinde und anders behinderte Menschen in Entwicklungsländern - im vergangenen Jahr wurden 37.500 Augenlicht rettende Operationen am Grauen Star durchgeführt und 16.500 behinderte Kinder rehabilitiert.

Webtipps: www.licht-fuer-die-welt.at, www.kinderpate.at

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