- 15.04.2010, 09:47:28
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Schultes: Lebensmittelanreicherung mit Vitamin B9 (Folat) verhindert Fehlgeburten und lebenslanges Leid
Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Eine Studie des Gesundheitsministeriums
bestätigt die dringende Notwendigkeit gezielter
Lebensmittelanreicherung mit Folsäure. Ich ersuche daher
Gesundheitsminister Stöger, dem Parlament einen Gesetzesentwurf
betreffend "Mehlanreicherung mit Folsäure und Vitamin B12"
vorzulegen", so ÖVP-Abg. Ing. Hermann Schultes, heute, Donnerstag.
"Österreichs Bevölkerung ist mit verschiedenen Vitaminen,
insbesondere aber mit Folsäure (Vitamin B12), unterversorgt. Die
traurige Konsequenz bei einem Folsäuremangel ist, dass jährlich 60
bis 80 Neugeborene mit "offenem Rücken" ("spina bifida"), einem so
genannten Neuralrohrdefekt, auf die Welt kommen und damit ein
sorgenvolles Leben im Rollstuhl für junge Menschen und deren
Angehörige beginnt", so Schultes weiter. ****
Grund dafür ist eine Folsäuremangel der werdenden Mutter insbesondere
kurz vor Beginn und während der Schwangerschaft. Immer wieder führt
der vorzeitige Abgang des Embryos zu traurigen Lebenssituationen bei
den werdenden Eltern. Nach Meinung vieler namhafter Mediziner würde
eine verpflichtende Anreicherung von ausgewählten Lebensmitteln dazu
führen, dass sich die Anzahl von Neuralrohrdefekten mindestens
halbiert. Zusätzlich würde sich eine höhere Folsäureaufnahme im
menschlichen Körper durch die gezielte Folsäureanreicherung von
Grundnahrungsmitteln auch bei anderen Bevölkerungsgruppen positiv
bemerkbar machen und kann die Wahrscheinlichkeit von
Alterskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz
reduzieren. Unbestritten ist, dass z. B. die Anreicherung von Mehl
mit Vitamin B9 und B12 schon in den Mühlen die mit Abstand
effizienteste und kostengünstigste Möglichkeit ist, um viel Leid zu
verhindern.
Folsäure ist hauptsächlich in Weizenkeimlingen, Vollkornprodukten und
grünblättrigem Gemüse sowie Kalbs- und Hühnerleber enthalten. Die
heutigen Ernährungsgewohnheiten bewirken, dass die Aufnahme bei
nahezu der gesamten Bevölkerung deutlich zu niedrig ist, um die
empfohlene Vitaminmenge zu erreichen.
Häufig wird die Einnahme von Folsäure in Tablettenform als Lösung
angepriesen. Erkenntnisse der Studie "Richtig Essen von Anfang an",
welche unter anderem vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben
wurde, bestätigen die Vermutung, dass die Empfehlung für die
zusätzliche Einnahme von Folsäure in Tabletten praxisfremd ist und
die Anzahl der Neuralrohrdefekte (Spina bifida) nicht senkt. Diese
Erkenntnis war Ergebnis von einer Untersuchung in 13 Gebieten
Europas, wobei insgesamt 13 Millionen Geburten unter die Lupe
genommen wurden. Die Studiengruppe kam zum Schluss, dass lediglich
eine gezielte Anreicherung von Lebensmitteln eine deutliche Senkung
der Neuralrohrdefekte herbeiführen würde.
Auch in der Arbeiterkammer, die sich längere Zeit gegen die
verpflichtende Anreicherung gewehrt hat, findet offenbar nun ein
Umdenken statt. In der genannten Studie findet sich eine
Arbeiterkammerempfehlung wieder, welche die gezielte und
bedarfsorientierte Nährstoffanreicherung bei Kinderlebensmitteln
unter anderem auch für Folsäure fordert.
"Im Regierungsprogramm ist verankert, dass Studien zur Anreicherung
von Mehl mit Folsäure weitergeführt werden und allenfalls notwendige
Maßnahmen zur Umsetzung ergriffen werden. Gesundheitsminister Stöger
ist am Zug", so Schultes abschließend.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at
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