Schultes: Lebensmittelanreicherung mit Vitamin B9 (Folat) verhindert Fehlgeburten und lebenslanges Leid

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Eine Studie des Gesundheitsministeriums bestätigt die dringende Notwendigkeit gezielter Lebensmittelanreicherung mit Folsäure. Ich ersuche daher Gesundheitsminister Stöger, dem Parlament einen Gesetzesentwurf betreffend "Mehlanreicherung mit Folsäure und Vitamin B12" vorzulegen", so ÖVP-Abg. Ing. Hermann Schultes, heute, Donnerstag. "Österreichs Bevölkerung ist mit verschiedenen Vitaminen, insbesondere aber mit Folsäure (Vitamin B12), unterversorgt. Die traurige Konsequenz bei einem Folsäuremangel ist, dass jährlich 60 bis 80 Neugeborene mit "offenem Rücken" ("spina bifida"), einem so genannten Neuralrohrdefekt, auf die Welt kommen und damit ein sorgenvolles Leben im Rollstuhl für junge Menschen und deren Angehörige beginnt", so Schultes weiter. ****

Grund dafür ist eine Folsäuremangel der werdenden Mutter insbesondere kurz vor Beginn und während der Schwangerschaft. Immer wieder führt der vorzeitige Abgang des Embryos zu traurigen Lebenssituationen bei den werdenden Eltern. Nach Meinung vieler namhafter Mediziner würde eine verpflichtende Anreicherung von ausgewählten Lebensmitteln dazu führen, dass sich die Anzahl von Neuralrohrdefekten mindestens halbiert. Zusätzlich würde sich eine höhere Folsäureaufnahme im menschlichen Körper durch die gezielte Folsäureanreicherung von Grundnahrungsmitteln auch bei anderen Bevölkerungsgruppen positiv bemerkbar machen und kann die Wahrscheinlichkeit von Alterskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz reduzieren. Unbestritten ist, dass z. B. die Anreicherung von Mehl mit Vitamin B9 und B12 schon in den Mühlen die mit Abstand effizienteste und kostengünstigste Möglichkeit ist, um viel Leid zu verhindern.

Folsäure ist hauptsächlich in Weizenkeimlingen, Vollkornprodukten und grünblättrigem Gemüse sowie Kalbs- und Hühnerleber enthalten. Die heutigen Ernährungsgewohnheiten bewirken, dass die Aufnahme bei nahezu der gesamten Bevölkerung deutlich zu niedrig ist, um die empfohlene Vitaminmenge zu erreichen.

Häufig wird die Einnahme von Folsäure in Tablettenform als Lösung angepriesen. Erkenntnisse der Studie "Richtig Essen von Anfang an", welche unter anderem vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben wurde, bestätigen die Vermutung, dass die Empfehlung für die zusätzliche Einnahme von Folsäure in Tabletten praxisfremd ist und die Anzahl der Neuralrohrdefekte (Spina bifida) nicht senkt. Diese Erkenntnis war Ergebnis von einer Untersuchung in 13 Gebieten Europas, wobei insgesamt 13 Millionen Geburten unter die Lupe genommen wurden. Die Studiengruppe kam zum Schluss, dass lediglich eine gezielte Anreicherung von Lebensmitteln eine deutliche Senkung der Neuralrohrdefekte herbeiführen würde.

Auch in der Arbeiterkammer, die sich längere Zeit gegen die verpflichtende Anreicherung gewehrt hat, findet offenbar nun ein Umdenken statt. In der genannten Studie findet sich eine Arbeiterkammerempfehlung wieder, welche die gezielte und bedarfsorientierte Nährstoffanreicherung bei Kinderlebensmitteln unter anderem auch für Folsäure fordert.

"Im Regierungsprogramm ist verankert, dass Studien zur Anreicherung von Mehl mit Folsäure weitergeführt werden und allenfalls notwendige Maßnahmen zur Umsetzung ergriffen werden. Gesundheitsminister Stöger ist am Zug", so Schultes abschließend.
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