- 14.04.2010, 11:29:11
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Grünewald: Jubel über Medizinquote überlagert andere Probleme
Grüne: Nicht nur Medizin, auch andere Studienrichtungen unterliegen in Deutschland Numerus clausus
Wien (OTS) - "Das Chaos an den Medizin-Unis wurde zwar vorerst
verhindert, die Probleme des Hochschulzugangs existieren aber weiter
und bleiben ungelöst" meint der Wissenschaftssprecher der Grünen,
Kurt Grünewald, angesichts des EuGH-Entscheids zur Quotenregelung an
den Medizin-Universitäten.
"Wenn sich die EU und mit ihr auch Österreich als wissensbasierter
Raum definieren, breiteren Schichten den Zugang zu tertiärer Bildung
ermöglichen will und die internationale Mobilität von Studierenden
und ForscherInnen ausbauen möchte, sind weder zwischenstaatliche noch
nationale Zugangsbarrieren das was man sich wünschen sollte",
reagiert Grünwald kritisch auf Jubelmeldungen des zuständigen
Ressorts.
"Der Beweis einer Gefährdung des nationalen Gesundheitssystems ist
nicht einfach zu führen und beruht vielfach auf Prognosen und
Einschätzungen. Die Studien dazu sind widersprüchlich. Vergessen wir
nicht, dass es neben der Medizin auch andere Studienrichtungen gibt,
die in Deutschland dem Numerus clausus unterliegen und die
Wanderungsbewegungen nach Österreich auslösen können und werden. Hier
wird das Argument der Gefährdung nationaler Versorgungssysteme
fehlen. Und was dann?", warnt Grünewald.
"Wenn Bildung als Wert an und für sich aber auch als Motor von
Innovation und der Befreiung der Menschen von Unwissen und
Vorurteilen gesehen werden soll, dann müssen die Bestrebungen, immer
mehr Menschen immer besser zu bilden und auszubilden, verstärkt und
die notwendigen finanziellen Ressourcen auch nachhaltig und
glaubwürdig garantiert werden. Davon ist wenig sichtbar", analysiert
Grünewald die gegenwärtige Situation.
"Wenn die Regierung und die Universitäten bildungswilligen
Studierenden signalisieren, sie seien eine Gefahr für das
Funktionieren des tertiären Bildungssektors, ist das ein inferiores
und demotivierendes Bild, das jungen Menschen geboten wird. Wir Grüne
werden weiterhin um eine adäquate Ausstattung des tertiären
Bildungssektors kämpfen und erwarten uns hier breite Unterstützung
durch die Mitglieder des Hochschuldialogs", schließt Grünewald.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:presse@gruene.at
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