• 13.04.2010, 11:11:58
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Greenpeace hält Besetzung der ÖBB-Zentrale aufrecht

Gipfeltreffen zwischen betroffenen Bergbauern und ÖBB in Bregenz

Wien (OTS) - Zwanzig Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace
führen die gestern begonnene Besetzung der ÖBB-Zentrale am Wienerberg
fort. Mit ihrer Übernachtung im ÖBB-Gebäude unterstrichen sie ihren
Widerstand gegen den Ausbau des ÖBB-Kraftwerks Spullersee mit einer
weiteren Protestaktion.

Denn wird das Kraftwerk in der bisher geplanten Form tatsächlich
ausgebaut, käme es zu massiven Auswirkungen auf die ökologisch
äußerst sensible Umgebung des Lech. "Europaweit gilt der Lech als
einzigartige Flusslandschaft, welche die ÖBB dem Verkauf von einigen
Kilowattstunden Strom zu opfern bereit sind", zeigt sich
Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl über die Pläne der Bundesbahnen
bestürzt.

Die Greenpeace-Aktivisten protestieren mit ihrer symbolischen
Einnahme der ÖBB-Zentrale auch gegen die bevorstehende Enteignung von
mehr als hundert Bergbauern und Grundbesitzern im Lechgebiet durch
die ÖBB. Damit letztere ihr Kraftwerksvorhaben umsetzen können,
benötigen sie nämlich die Wasserrechte der ansässigen Bauern und
weiteren Grundbesitzer. Und sollten diese Betroffenen ihre Rechte -
gegen eine äußerst geringe Abschlagszahlung - nicht freiwillig
abtreten, droht ihnen die baldige Zwangsenteignung.

Eine andere Entwicklung im Kampf um die Wasserrechte könnte sich
allerdings bereits heute Nachmittag abzeichnen, wenn sich die von der
Enteignung bedrohten Grundbesitzer in Bregenz ein weiteres Mal mit
den ÖBB zusammensetzen werden - wobei der zuständige Vorarlberger
Landesrat Erich Schwärzler die Moderation dieses Gesprächs übernehmen
wird. Gleichzeitig wird der WWF vor den Bregenzer Verhandlungsräumen
hundert lebensgroße Pappfiguren aufstellen, die den betroffenen
Bergbauern, die für die Erhaltung des Lech in seiner bisherigen Form
kämpfen, ein Gesicht verleihen sollen.

"Würden die Bundesbahnen ihren eigenen Anspruch in Bezug auf
Umweltschutz und Nach-haltigkeit tatsächlich ernst nehmen, könnten
sie unmöglich derart massiv in die sensible Ökologie des Lech
eingreifen", stellt Greenpeace-Sprecher Schinerl fest. Deshalb
fordert die Umweltorganisation auch den Rückzug der Österreichischen
Bundesbahnen von ihren Kraftwerksplänen Spullersee, um die Erhaltung
des von der EU ausgezeichneten Natura 2000-Gebiets zu gewährleisten.

Rückfragehinweis:
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace CEE
Tel.: +43 664 612 67 18

Niklas Schinerl, Klima- und Energiesprecher Greenpeace CEE
Tel.: +43 664 612 67 04

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