VCÖ: 525 Millionen Liter Sprit tankten die Wiener im Vorjahr, deutlich weniger als 2000!

VCÖ-Mobilitätspreis Wien 2010: Vorbildhafte Projekte gesucht

Wien (OTS) - Rund 525 Millionen Liter Sprit verbrauchte der
private Pkw-Verkehr der Wiener Autofahrer im Vorjahr. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass Wiens Verkehrssektor nach wie vor sehr stark vom Erdöl abhängig ist. Erfreulich ist, dass gegenüber dem Jahr 2000 der Spritverbrauch der privaten Pkw deutlich gesunken ist. Der VCÖ hat heute gemeinsam mit Stadtrat Rudi Schicker und dem Postbus den Startschuss zum VCÖ-Mobilitätspreis Wien 2010 gegeben. Gesucht sind vorbildhafte Projekte, die den Energieverbrauch des Verkehrs verringern.

Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass zuletzt im Jahr 2009 die privaten Pkw in Wien rund 525 Millionen Liter Sprit verbraucht haben. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist das ein erfreulicher Rückgang um fast 78 Millionen Liter. Damit verursacht der private Pkw-Verkehr der Wienerinnen und Wiener heute um rund 190.000 Tonnen weniger CO2 als noch im Jahr 2000. Die Detail-Analyse des VCÖ zeigt, worauf der Rückgang zurückzuführen ist.

Zum einen ist der Durchschnittsverbrauch der privaten Wiener Pkw-Flotte von 8,5 Liter pro 100 Kilometer im Jahr 2000 auf heute rund 7,4 Liter pro 100 Kilometer gesunken. Zudem werden weniger Kilometer gefahren. Während im Jahr 2000 ein Wiener Pkw noch rund 13.600 Kilometer pro Jahr zurücklegte, waren es im Jahr 2009 um 1.000 Kilometer weniger. Die Zahl der privaten Pkw ist heute um rund 35.000 höher als im Jahr 2000. Die private Wiener Autoflotte ist im Jahr 2009 rund 6,9 Milliarden Kilometer gefahren und damit um rund 100 Millionen Kilometer weniger als noch im Jahr 2000. "Die Wiener Autofahrer fahren also weniger mit dem Auto und verbrauchen dabei auch weniger Sprit. Die Abhängigkeit vom Erdöl ist hoch, aber nimmt ab", betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

"Die Studie des VCÖ ist der beste Beleg dafür, dass in unserer Stadt "intelligente Mobilität" für die Menschen immer wichtiger wird - die Wienerinnen und Wiener sind "gscheit unterwegs". Am stark befahrenen Wiener Gürtel gab es seit 2003 eine Abnahme des Autoverkehrs um 6,5 Prozent - das bedeutet täglich ca. 5.500 Fahrzeuge weniger. Die Tendenz setzt sich weiter fort. Durch unsere Verkehrspolitik - mit der Förderung des öffentlichen Verkehrs, des Radverkehrs und des Fußgängerverkehrs - ist es gelungen, das Verkehrsaufkommen auch innerhalb des Gürtels kontinuierlich zu senken", so Verkehrsstadtrat Rudi Schicker.

Das Thema "Energie sparen" wird für die Bevölkerung auch bei der Mobilität immer wichtiger. Die Wienerinnen und Wiener setzen zunehmend auf eine energie- und kostensparende Mobilität. Die Zahl der Fahrgäste der Wiener Linien ist von 724,9 Millionen im Jahr 2000 auf 811,8 Millionen im Jahr 2009 gestiegen. Und die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass Wien einen regelrechten Radfahrboom erlebt: Im Vergleich zum Jahr 2000 wurden im Vorjahr mehr als vier Mal so viele Kilometer mit dem Rad gefahren. Der Radverkehrsanteil hat sich seit dem Jahr 2002 von zwei auf fünf Prozent mehr als verdoppelt.

Der VCÖ weist darauf hin, dass das Fahrrad das energieeffizienteste Verkehrsmittel ist. Das zukünftige Potenzial für das Radfahren in Wien ist hoch, da ein hoher Anteil der Autofahrten kürzer als fünf Kilometer ist. Den Energieverbrauch der eigenen Mobilität zu verringern, zahlt sich im wahrsten Sinn des Wortes aus, wie folgendes Beispiel des VCÖ zeigt: Wer für einen vier Kilometer langen Arbeitsweg von April bis Oktober das Fahrrad statt dem Auto nutzt, spart rund 105 Liter Sprit und damit rund 120 Euro. Zudem werden 260 Kilogramm CO2 vermieden.

"Der Energieverbrauch des Wiener Verkehrs kann und muss weiter gesenkt werden. In erster Linie ist dabei der Umstieg vom Auto auf Öffis, Fahrrad und Gehen weiter zu forcieren. Dabei hat auch eine Verkehrsplanung der kurzen Wege eine zentrale Rolle. Darüber hinaus bietet die Elektro-Mobilität die Chance, die Abhängigkeit von Erdöl zu verringern. In absehbarer Zeit haben dabei die Elektro-Fahrräder und Elektro-Mopeds ein großes Potenzial", so VCÖ-Sprecher Gratzer und Stadtrat Schicker unisono.

Der VCÖ hat nun gemeinsam mit der Stadt Wien und dem Postbus den VCÖ-Mobilitätspreis Wien 2010 gestartet. Gesucht sind Projekte, die den Energieverbrauch des Verkehrs verringern. Der Mobilitätspreis Wien wird auch vom Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) und den Wiener Linien unterstützt. Am VCÖ-Mobilitätspreis Wien können Betriebe, Gemeinden, Unternehmen, Schulen, Universitäten und Organisationen aus Wien mit umgesetzten Projekten teilnehmen, die den Energieverbrauch des Verkehrs verringern. Für Privatpersonen gibt es einen eigenen Ideenwettbewerb. Erstmals können auch Videos beim VCÖ-Mobilitätspreis eingereicht werden. Einreichunterlagen zum Mobilitätspreis sind direkt im Internet unter www.vcoe.at erhältlich oder können beim VCÖ telefonisch unter (01) 893 26 97 angefordert werden. Einreichschluss ist der 30. Juni 2010.

Alois Ometzberger, Regionalmanager der ÖBB-Postbus GmbH betont:
"Wir möchten unseren Fahrgästen dabei behilflich sein, umweltfreundlich, günstig und dabei stressfrei unterwegs zu sein -insbesondere den zahlreichen Einpendlern nach Wien, den Fahrgästen der Vienna Airport Lines und jenen der Fernlinie Wien-Bratislava. 2009 wurden allein für die Ostregion mehr als 40 neue Busse mit modernen, abgasärmeren Motoren neu zugelassen. Auch in punkto Kundenkomfort setzen die neuen Busse Maßstäbe: Sie sind mit Klimaanlage und eigenem Hebelift für barrierefreien Zugang ausgestattet."

VCÖ: Spritverbrauch des privaten Pkw-Verkehrs in Wien sinkt (Treibstoffverbrauch der privaten Pkw insgesamt)
- Jahr 2009: 525 Millionen Liter
- Jahr 2008: 527,6 Millionen Liter
- Jahr 2006: 559,6 Millionen Liter
- Jahr 2004: 611,6 Millionen Liter
- Jahr 2000: 602,6 Millionen Liter
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010

(Schluss) shm

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