Kärntner Tageszeitung - Kommentar: Das "Potenzial" der Unzufriedenheit (von Claudia Grabner)

Ausgabe 11. April 2010

Klagenfurt (OTS) - "Wer unzufrieden ist, ist stets bereit, sich dafür zu rächen." Ohne Nietzsche zitieren zu können, wissen politische Strömungen um das "Potenzial" der Unzufriedenheit. Um ein Potenzial, das - findig provoziert, gezielt geschürt, hinterrücks missbraucht - unterm Strich die Stimmen mehrt. In Zeiten wie diesen nehmen eben diese Zeiten der Politik viel Arbeit ab: Die Krise frisst sich durch große Teile der Bevölkerung, macht Unzufriedenheit zum Selbstläufer. Sie muss nur noch gesteuert werden GEGEN dieses und jenes, GEGEN diesen und jenen ...
In den osteuropäischen Ländern (heute wird Ungarn dazustoßen) nimmt der Rechtsruck dramatische Ausmaße an: Es ist weniger die Quantität, die erschreckt, als es die "Qualität" des Rechtsrucks ist, die ernüchtert. Sie geht nämlich einher mit Missgunst und Hass, mit Wut und Ohnmacht.
Auch wenn Österreichs rechte Ausrichtungen (noch) weit von dieser "Qualität" entfernt sind - man kann nie früh genug vor Eventualitäten warnen ...

Rückfragen & Kontakt:

Neue Kärntner Tageszeitung, Viktringer Ring 28, 9020 Klagenfurt, , Mag. Claudia Grabner, Tel.: 0463/5866-532, E-Mail: claudia.grabner@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001