Der Kompromiss und seine Ausnahme ... (von Claudia Grabner)

Ausgabe 10. April 2010

Klagenfurt (OTS) - Das Kompromisseln - des Österreichers
urtypische Eigenheit - wird zusehends lästig. Weil Mutlosigkeit (die Mutter des Kompromisses) alles, immer, konsequent blockiert. Sie wissen schon: nicht Fisch, nicht Fleisch ... Wider besseres Wissen setzt die Politik in einem fort auf die Nicht-Entscheidung. Unters Volk gebracht wird die Nulllösung als "gangbarer Mittelweg, mit dem man leben kann". Denkste! Beispiel I: Wie ist mit einem Tabak-Gesetz umzugehen, das weder Rauch-Gesetz ist noch das Gegenteil davon? Beispiel II: Was ist von einer Gesundheitsreform zu halten, die seit Jahren auf jedes Aber von Ärzten, auf jedes Nein der Pharmaindustrie, auf jeden Aufschrei der Krankenkassen reagiert? Man will niemanden vergrämen - Friede, Freude, Eierkuchen. Das hört sich erst dann schlagartig auf, wenn Beispiel III ansteht: Wie saniert man ein marodes Budget? Indem?s der Letzte in der Reihe bezahlt. Weil die Politik eine ausgabenseitige Sanierung nicht erhebt (Stichwort Unfähigkeit) und die Wirtschaft mit einer Standortgefährdung um sich schlägt. Also gibt?s in dieser Causa - ausnahmsweise - keinen Kompromiss. Offensichtlich ein weiteres Österreich-Phänomen: Immerhin sind wir in der EU ja der Abgabenkaiser.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001