Darabos: Sportförderung in Österreich auf völlig neue Beine stellen

Sportminister fordert u.a. Möglichkeit der Prüfung der Gesamtgebarung

Wien (OTS/BMLVS) - Sportminister Norbert Darabos packt das Riesen-Projekt "Förderreform" an. Gemeinsam mit allen Akteuren im heimischen Sport wird er die Sportförderung des Bundes völlig neu ausrichten. Ziel ist ein neues Bundes-Sportförderungsgesetz. Die Eckpfeiler für das Gesetz sollen Ende des Jahres stehen, in Kraft treten soll es mit 1.1.2012.

"Das ist ein Megaprojekt, aber ich bin fest entschlossen, es durchzuziehen. Ich habe in der Anti-Doping-Politik gezeigt, dass ich Worten auch Taten folgen lasse. Das wird bei der Förderreform nicht anders sein", gibt sich Österreichs oberster Sportpolitiker kämpferisch.

Prüfung der Gesamtgebarung erforderlich Eine Schwäche im derzeitigen System sieht der Sportminister in der Kontrolle der Fördermittel. Darabos: "Es gibt grobe Mängel in der Kontrolle. Nicht zuletzt die aktuellen Vorfälle im ÖOC zeigen die dringende Notwendigkeit, die Kontrollmöglichkeiten des Fördergebers auszubauen. Hier müssen wir ansetzen, damit Tarnen und Täuschen durch Geheimkonten und Doppelverrechnungen erschwert werden."

Die Kontrollorgane können aufgrund der vielen verschiedenen Fördertöpfe immer nur in einen kleinen Teil der Gesamtmittel einsehen. "Ich fordere daher eine Prüfung der Gesamtgebarung der anstelle von Einzel-Belegsprüfungen. Das wäre auch für die Verbände eine wichtige Vereinfachung. Zudem gehört die inhaltliche Kontrolle verstärkt. Wir müssen sicherstellen, dass das Geld dort verwendet wird, wo es gebraucht wird und wofür es gedacht ist - zur bestmöglichen Unterstützung unserer Sportlerinnen und Sportler", so der Sportminister.

Hauptziele der Förderreform Weitere Problembereiche des derzeitigen Fördersystems sieht Darabos in fehlender Schwerpunktsetzung, zu vielen verschiedenen Fördertöpfen, vielfach unklaren Zweckwidmungen und mangelhafter Abstimmung mit den Gebietskörperschaften.

Die 5 Hauptziele der Förderreform aus Sicht des Sportministers:

Weg von der Gießkanne! -> hin zu einer zielorientierten Förderung mit Schwerpunktsetzung.
Die Sportler in den Mittelpunkt! -> möglichst direkte Förderung und klare Strukturen.
Abbau von Bürokratie! -> Weniger Fördertöpfe, Vereinfachung für die Verbände.
Bessere Abstimmung mit den Ländern! -> genau definierte Aufgabenteilung im Sport.
Mehr Transparenz durch bessere Kontrolle!

Der Minister spricht sich seit seinem Amtsantritt für die Etablierung von Prime-Sportarten in Österreich aus und möchte diese im Rahmen der Förderreform etablieren. Der Verein SportsEconAustria wurde beauftragt, gemeinsam mit einer Expertengruppe aus dem Sport ein Modell zu entwickeln, mit dem fair und transparent die zukünftigen "Prime-Sportarten" anhand qualitativer und quantitativer Kriterien ermittelt werden können.

Erste Schritte zu einer modernen Sportförderung hat der Minister schon 2009 gesetzt. Der neue § 11a wurde im Bundessportförderungsgesetz verankert und ermöglichte erstmals gezielt auf die Bedürfnisse der Verbände einzugehen und flexibel zu fördern.

Formaler und zeitlicher Ablauf des Reformprozesses: "Mir ist besonders wichtig, dass möglichst viele Expertinnen und Experten des Sports aktiv diesen Prozess gestalten und dass der gesamte Österreichische Sport hier an einem Strang zieht", sagt Darabos, der bereits im Sommer 2009 zu einer großen Arbeitsgruppe mit Personen aus den verschiedensten Bereichen des Sports eingeladen hat.

Mit Prof. Wolfgang Mayrhofer übernahm ein ehemaligen Spitzensportler, Olympia-Silbermedaillengewinner im Segeln 1980 in Moskau und jetziger Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien, die Projektkoordination. Er wird den Förderprozess begleiten und moderieren.

Im Jänner starteten unter seiner Leitung die 3 Arbeitsgruppen "Breitensport", "Spitzensport" und "Aufgabenteilung", in denen je 8 ExperInnen aus dem Sport Vorschläge für die Umsetzung in einem Fördermodell ausarbeiten.

Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppen stehen bis Ende Mai. Am 1. Juni folgt dann ein Experten-Workshop, gefolgt von der BSO-Präsidentenkonferenz Anfang Juli. Nach Einarbeitung des Feedbacks über den Sommer wird es im Herbst einen finalen "Expertenvorschlag" geben.

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