Malta-Besuch des Paptstes wird auch europäische Dimension haben

Wichtiges Thema dürfte die EU-Flüchtlingspolitik werden

Valletta, 09.04.10 (KAP) Zwei Tage vor seinem Pontifikatsjubiläum am 19. April startet Papst Benedikt XVI. zu seiner 14. Auslandsreise, die ihn über eine Wochenende ins "katholischste Land der Welt" -Malta - führt. Hauptakzente sind ein abendlicher Besuch in der Paulusgrotte, ein Festgottesdienst unter freiem Himmel und ein Treffen mit Jugendlichen im Hafen der Hauptstadt Valletta. Dazu will Benedikt XVI. - in Anspielung auf die durch einen Schiffbruch erzwungene Landung des Völkerapostels vor 1.950 Jahren auf der Insel - ebenfalls mit einem Bott einfahren.

Doch über historische Erinnerungen hinaus hat der Besuch im kleinsten Staat der EU auch europäische Dimensionen. So standen bei allen drei bisherigen päpstlichen Besuchen in Malta auch wichtige politische Themen auf dem Programm. Bei der ersten Visite Johannes Pauls II. im Jahr 1990 ging es etwa um eine Stärkung der Kirche nach einer konfliktreichen sozialistischen Ära. Die seit 1971 von Malta betriebene Politik der Nähe zum Warschauer Pakt gipfelte in der Enteignung der Kirchengüter 1983. Erst mit dem Machtwechsel zur konservativen Nationalistischen Partei trat eine Aussöhnung mit der Kirche ein; der Aufenthalt von Johannes Paul II. besiegelte die neue Partnerschaft.

Im Fokus der Gespräche dürfte u.a. die EU-Flüchtlingspolitik stehen. Als Vorposten der "Festung Europa" geriet Malta bereits international in die Kritik. Menschenrechtsorganisationen, auch der Jesuiten-Flüchtlingsdienst, sprechen von haarsträubenden Zuständen in maltesischen Internierungslagern und von verweigerten Asylrechten. Maltas Politiker weisen aber hingegen darauf hin, dass Malta in der EU die bei weitem höchste Flüchtlingslast pro Kopf zu tragen habe. Umgekehrt sei die Solidarität, die andere EU-Staaten in dieser Frage gegenüber Malta zeigten, bei weitem nicht ausreichend.

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