WIFI-Studie: Berufsleben fordert höhere Fremdsprachen-Kenntnisse

50 % der Arbeitnehmer/innen empfinden Fremdsprachen als wichtig für den Beruf - hohe Erwartungen der Arbeitgeber im Bereich Fremdsprachenkenntnisse

Wien (OTS/PWK277) - Fremdsprachenkenntnisse sind in der österreichischen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Nur 37 % der 500 im Zuge einer WIFI-Studie befragten Arbeitnehmer/innen gebrauchen Fremdsprachen selten bis nie. 30 % nutzen Fremdsprachen zumindest hin und wieder und immerhin 32 % häufig bis sehr häufig. Noch deutlicher fallen die Ergebnisse bei der Frage nach einer persönlichen Einschätzung aus. So empfinden 50 % der Arbeitnehmer/innen Fremdsprachenkenntnisse in ihrem Beruf als wichtig bzw. sehr wichtig. Durchgeführt wurde die Studie vom Gallup Institut Wien.

Weiterbildungsangebot erweiterbar

"Obwohl für jeden zweiten Arbeitnehmer Fremdsprachen im Beruf ein wichtiges Thema sind, scheinen innerbetriebliche Weiterbildungsmaßnahmen diesem Bedürfnis noch nicht lückenlos gerecht zu werden", erläutert Dr. Michael Landertshammer, Institutsleiter des WIFI Österreich. Denn zwar sind 1/3 der Befragten (33 %) mit dem entsprechenden Weiterbildungsangebot ihres Arbeitgebers sehr zufrieden oder zufrieden. Demgegenüber empfinden 52 % das Angebot als wenig oder gar nicht zufriedenstellend bzw. geben an, dass es überhaupt kein Angebot gibt. Die restlichen 17 % sehen keine Notwendigkeit dafür.

In weiterer Folge halten 49 % der Befragten dieses Angebot im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Herausforderung auch nicht für ausreichend.

Diskrepanz zwischen internem Fortbildungs-Angebot und Erwartungen der Wirtschaft

Dr. Landertshammer: "Diese Ergebnisse offenbaren einen zusätzlichen Weiterbildungsbedarf, um den berechtigt hohen Erwartungen seitens der Arbeitgeber gerecht zu werden, die wir im Vorjahr abgefragt haben." So deklarierten sich 2009 acht von zehn Unternehmen, dass Fremdsprachenkenntnisse bei der Personalrekrutierung eine Rolle spielen. Den größten Fremdsprachenbedarf sahen Unternehmen zwischen 101 und 200 Mitarbeiter/innen. 91 % von ihnen maßen den Fremdsprachen eine große Bedeutung zu.

"Auch wurde damals betont, wie notwendig Fremdsprachenkenntnisse für den Unternehmens-erfolg seien. Mangelnde Sprachkenntnisse führen zu Kundenbeschwerden, Zusatzkosten, Problemen im Verkauf und in der Kundenbetreuung, und im Extremfall sind sogar Auftragsverluste zu beklagen. Das bestätigt auch eine Studie der europäischen Kommission, in der 11 % von exportorientierten KMUs angaben, Aufträge in Folge von Kommunikationsbarrieren nicht zu bekommen bzw. zu verlieren", so Dr. Landertshammer. "Umgerechnet bedeutet das, dass diesen Unternehmen Umsätze in Höhe von rund 100 Mrd. EUR entgehen. Dennoch zeigt sich eine Lücke zum betriebsinternen Angebot. Daraus schließe ich, dass externe Anbieter von Fremdsprachenkursen mehr denn je gefordert sind, diese Lücke zu schließen."

eLearning auf dem Vormarsch

Auf die Frage nach dem "Wie?" präsentierten sich die heimischen Arbeitnehmer/innen tendenziell fortschrittlich: Die persönliche Anwesenheit in einem Fremdsprachenkurs steht mit einer Note von 2,04 nach Schulnotensystem zwar noch immer an oberster Stelle, aber eLearning Kurse werden immer populärer. Gerade Kombinationsangebote aus persönlicher Anwesenheit und eLearning werden mit 2,24 nur unwesentlich hinter der ausschließlich persönlichen Kursanwesenheit gereiht. Nur Online-Sprachplattformen scheinen ein Vertrauensmanko zu haben und erreichen auf der Bewertungsskala lediglich 3,72.

Dr. Landertshammer dazu: "Online-Sprachplattformen werden in der Regel als Ergänzung zu einem traditionellen Kurs genutzt und können diesen auch nicht ersetzen. Interessant ist auch, dass wir bei der Akzeptanz von eLearning-Lösungen keinen signifikanten Altersunter-schied feststellen konnten. Auch die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 41 und 50 Jahren schätzen die elektronischen Möglichkeiten genau so wie ihre jungen Kollegen."

Die Individualität, die eLearning-Lösungen ermöglichen, spiegelt sich auch im Angebot des WIFI wider. So werden die Kursinhalte auf spezifische Bedürfnisse von Unternehmen maßgeschneidert; etwa wenn es darum geht, die Fremdsprachenkenntnisse der eigenen Vertriebsmitarbeiter/innen zu einem speziellen technischen Thema aufzufrischen.

Do you speak English?

Englisch dominiert weiterhin die Fremdsprachenkenntnisse der österreichischen Arbeitneh-mer/innen. 99 % derjenigen, die zumindest eine Fremdsprache beherrschen, sprechen auch Englisch. Mit großem Abstand (33 %) folgt Französisch, dahinter Italienisch (14 %), Spanisch (11 %) und Russisch (4 %). "Englisch ist im Berufsleben zu einer absoluten Voraussetzung geworden", analysiert Dr. Landertshammer. "Die Notwendigkeit von weiteren Sprachen - z.B. Ostsprachen - wird zwar oftmals eingesehen; das führt aber trotzdem noch viel zu selten dazu, diese Sprachen auch wirklich zu erlernen."

WIFI-Sprachmania

"Sprachen lernen ist zwar ein kontinuierlicher Prozess, doch der Grundstein hierfür wird schon in der Jugend gelegt. Aus diesem Grund veranstalten wir jährlich die WIFI-Sprachmania, den größten Fremdsprachenwettbewerb an österreichischen AHS. Die Finalist/innen aus ganz Österreich stellen sich im heutigen Finale in der WKÖ in Wien in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch einer Jury aus Lehrer/innen sowie bekannten Persönlichkeiten mit hoher Sprachkompetenz", so Dr. Landertshammer. Die Finalist/innen werden durch fremdsprachenversierte Prominente wie Radiolegende Paul Hollingdale (Englisch), Regisseur Eric Ginestet (Französisch), Bariton Marco Di Sapia (Italienisch), ORF-Journalistin Julieta Rudich (Spanisch) und Russkaja-Sänger Georgij Makazaria (Russisch) unterstützt.

Der Bundeswettbewerb, der von zahlreichen Sponsoren (u.a. Cambridge University, British Council, Langenscheidt, BMUKK, ÖBV, Alcatel Lucent, Französisches, Russisches und Italienisches Kulturinstitut, Società Dante Alighieri, Universität Cadiz, Spanische Botschaft, etc.) unterstützt wird, findet bereits zum 16. Mal statt.

Die Bekanntgabe der Sieger/innen erfolgt im Laufe des Freitagnachmittags. Eine dazugehö-rige Presseaussendung folgt am Montag, den 12. April 2010. Fotos stehen dann ebenfalls unter www.pressefotos.at zum Download bereit. (us)

Die WIFIs

Die WIFIs - Wirtschaftsförderungsinstitute der Wirtschaftskammern - sind mit einem Marktanteil von 20 Prozent der größte Anbieter für berufliche Aus- und Weiterbildung in Österreich. Pro Jahr besuchen 340.000 Kundinnen und Kunden 30.000 Kurse, Seminare und Lehrgänge. Aktuell sind für die WIFIs 12.000 Trainer/innen im Einsatz. Seit mehr als 60 Jahren ist das WIFI kompetenter Partner der österreichischen Wirtschaft mit neun Landes-instituten und 80 Außenstellen. Praktisches Know-how "made in Austria" bietet das WIFI auch in immer mehr Ländern Ost- und Südosteuropas an und begleitet international expandierende Unternehmen mit WIFI Niederlassungen in Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn.

Mit 3.600 Sprachkursen im Jahr 2009, 20 Sprachen - von Arabisch bis Ungarisch - und 33.600 Kursteilnehmer/innen zählt das WIFI zu den größten Sprachlehrinstituten Österreichs. WIFI Sprachzertifikate sind durch Kooperationen mit ausländischen Instituten und Universitäten international anerkannt - das meist nachgefragte Produkt ist das Cambridge Certificate.

Mehr Informationen zum WIFI Sprachenangebot unter:
www.wifi.at/Sprachen
Mehr Informationen zur WIFI Sprachmania unter:
www.wifi.at/Sprachmania

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Britta Kleinfercher, WIFI Österreich,
Telefon: 05 90 900-3600,
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