"Aktion Leben" zum EGMR-Urteil: Eizellspende muss verboten bleiben

Kritik am jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte

Wien, 08.04.10 (KAP) Kritik am jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) übt die "Aktion Leben". Der Gerichtshof hatte Österreich u.a. wegen des Verbots der Eizellspende gerügt. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der Aktion Leben: "Die Richterinnen und Richter haben sich nicht ausreichend mit den Argumenten beschäftigt. Gute Gründe für das Verbot waren anscheinend erst gar nicht Thema." Kronthaler plädierte am Donnerstag dafür, dass das in Österreich geltende Verbot von Eizell- und Samenspenden zur in-vitro-Fertilisation (IVF) bestehen bleiben müsse. Die Bundesregierung müsse das Urteil anfechten, so Kronthaler, die sich darüber hinaus für ein europaweites Verbot der Kommerzialisierung der Eizellspende aussprach.

Laut EGMR verstoße das österreichische Verbot der generellen Eizellspende und das Verbot der Samenspende zur IVF gegen das Grundrecht auf Schutz der Familie und diskriminiere unfruchtbare Paare. Kronthaler wollte das so nicht gelten lassen: "Der Prozess der Gewinnung der Eizellspenden und die damit verbundenen Risiken sind den Richterinnen und Richtern offenbar zu wenig bewusst. Es sei "ethisch fragwürdig, seinen Kinderwunsch um den Preis der Gefährdung anderer Menschen durchsetzen zu wollen".

Bevor eine Frau Eizellen spenden kann, müsse sie tief reichende medizinische Eingriffe über sich ergehen lassen, warnte die "Aktion Leben"-Generalsekretärin. Über Hormonpräparate werde der Körper der Spenderin dazu stimuliert, mehrere Eizellen heranreifen zu lassen. Anschließend würden die Eizellen dem Körper entnommen. Kronthaler:
"Die Belastung für den weiblichen Körper ist enorm, die gesundheitlichen Gefahren sind nach wie vor groß."

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