Tabakgesetz: Ärzte weiter für generelles Rauchverbot

Ärztepräsident Dorner: "Evaluierung nicht zufriedenstellend" - europäische Vorsorgeziele auch in Österreich realisieren

Wien (OTS) - "Nicht zufriedenstellend" lautet das Urteil der Ärzte über die heute vorgestellte Evaluierung des Tabakgesetzes. Er sehe seine Befürchtungen bestätigt, dass die Umsetzung der Vorgaben des Gesetzes von den Gastronomen bislang nur schleppend verlaufen sei, erklärt der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, in einer Stellungnahme.

"Es ist traurig, dass die Gastronomie trotz der langen Übergangsphase mehrheitlich nicht in der Lage war, die Vorgaben des Gesetzes umzusetzen", bedauert Dorner. Zwar sei es zu begrüßen, dass die Übergangsfrist über den 1. Juli hinaus nicht verlängert werde und es härtere Strafen für säumige Gastronomen geben solle. "Im Sinne der Gesundheitsvorsorge konsequent wäre aber ein generelles Rauchverbot -nicht zuletzt für die Beschäftigten in der Gastronomie", so Dorner. Österreich liege an der europäischen Spitze, was die Zahl der erwachsenen Raucher angehe und sei - schlimmer noch - auch bei den jugendlichen Rauchern ganz vorn. "Prävention ist daher oberstes Gebot. Selbst die Türkei hat ein unlängst generelles Rauchverbot eingeführt", berichtet Dorner.

Den Gastronomen empfiehlt Dorner, jetzt schon freiwillig ein generelles Rauchverbot umzusetzen. Damit könnten sie der EU zuvor kommen, die im Sinne des Arbeitnehmerschutzes unweigerlich europaweit ein Rauchverbot einführen werde. Über 400 Gastronomen in ganz Österreich seien für diesen Schritt von der Österreichischen Ärztekammer bereits mit einem Nichtraucher-Gütesiegel ausgezeichnet worden. "Sie handelten vorbildlich im Sinn des Vorsorgedankens", lobt Dorner. Im Übrigen sei es ein Gerücht, dass langfristig Umsatzeinbrüche entstünden. "Wir wissen aus Studien, dass dem international nicht so ist. Touristen aus dem Ausland wundern sich schon, dass es in Österreich so wenig Nichtraucherlokale gibt", so der Ärztepräsident.

Erst unlängst hatte ÖÄK-Präsident Dorner eine Studie präsentiert, wonach die Krankheitskosten durch die riskante Lebensweise österreichischer Kinder und Jugendlicher in absehbarer Zeit explodieren werden. Durch Nikotin- und Alkoholabusus, Übergewicht, mangelnde Bewegung und unzureichenden Obstkonsum würden die Krankenstände der künftigen Erwachsenengeneration dramatisch ansteigen. Dadurch sei für die Volkswirtschaft ein Verlust von 20 000 zusätzlichen verlorenen Erwerbsjahren ab 2030 zu erwarten und ein Ressourcenverlust von 40 000 verlorenen Erwerbsjahren für das Jahr 2050.
Bis 2050 würden die Versorgungskosten durch den Anstieg der Morbidität um 3,7 Milliarden Euro wachsen, so die Prognose. "Neben einem generellen Rauchverbot wäre es daher sinnvoll, künftig deutlich mehr Mittel für die Prävention bereit zu stellen", fordert Dorner abschließend. (bm)

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