Kassenambulatorien: Kostendämpfungspotenzial prüfen

Pharmig: Wo ist die Solidarität der Krankenkassen?

Wien (OTS) - Bereits letzten Sommer hat die Pharmig, der Verband
der pharmazeutischen Industrie, darauf hingewiesen, dass die eigenen Einrichtungen der Sozialversicherung eine Menge Kostendämpfungspotenzial beinhalten. Der im Nachrichtenmagazin 'News' veröffentlichte geheime Prüfbericht bestätigt nun diese Analyse für den Teilbereich der Zahn-, Fach- und Physikoambulatorien der Krankenkassen. Pharmig Generalsekretär Jan Oliver Huber fordert die Krankenkassen auf, endlich zu handeln: "Die überprüften Ambulatorien arbeiten ineffizient", erklärt Huber. "Das kann man nicht einfach so hinnehmen. Man muss überprüfen, wie die Leistungen der Ambulatorien wirtschaftlicher erbracht werden können." Wichtig dazu wäre, wie Huber betont, dass der Prüfbericht offengelegt wird. Die Gebarungen der Krankenkassen sind nach wie vor intransparent und für Außenstehende nicht nachvollziehbar. Damit fehlt die Basis für eine nachhaltige Sanierung der Kassen.

Minus der eigenen Einrichtungen wächst

Ein Blick in das statistische Handbuch 2009 der Sozialversicherung erhärtet den Verdacht, dass das Sparpotenzial der 150 eigenen Einrichtungen der Sozialversicherungsträger groß sein muss. Im Vergleich zu 2007 sind die Aufwendungen dieser Einrichtungen um rund 27 Millionen Euro auf insgesamt rund 973 Millionen Euro gestiegen. Huber: "Ich vermisse hier die Solidarität der Krankenkassen. Wer ständig von den Vertragspartnern Kostensenkungen fordert, sollte eigentlich damit bei sich selbst anfangen." Die Pharmaindustrie trägt massiv zur Kassensanierung bei. Die Medikamentenausgaben der Krankenkassen sind so gering wie noch nie, da aufgrund zahlreicher Patentabläufe von Medikamenten deren Preise massiv fallen. Zusätzlich unterstützt die Pharmawirtschaft die Kassen mit freiwilligen Solidarbeiträgen, die im Rahmen-Pharmavertrag vereinbart wurden.

Klarer Sparauftrag

Die Bundesregierung hatte den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger aufgefordert, bis 15. März 2010 einen Kostendämpfungsvorschlag für den eigenen Bereich vorzulegen. Dem Vernehmen nach war dieser Vorschlag eher zurückhaltend. Jetzt, ein Monat später, liegen durch den geheimen Prüfbericht eindeutige Zahlen auf dem Tisch. "Die Kassen sollen endlich auch die eigenen Strukturen ernsthaft unter die Lupe nehmen", verlangt Huber abschließend.

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