ARBÖ: Sprit auf neuerlichem Rekordniveau

Wien (OTS) - Nach einer kurzen Atempause nach Ostern, steigen seit Mittwoch in Österreich wieder die Spritpreise. Mit durchschnittlich 1,104 Euro pro Liter erreichte Diesel ein neues Jahreshöchstniveau, ebenso wie Eurosuper 95 mit 1,208 Euro, meldet der ARBÖ. Zuletzt war Eurosuper im September 2008 so teuer gewesen, Diesel im November 2008. "Während vor allem die Pendlerinnen und Pendler die zusätzliche Belastung täglich zu spüren bekommen, drohen Wirtschafts- und Umweltminister mit weiteren Mineralölsteuererhöhungen", kritisiert der ARBÖ.

Angesichts dieser ständigen Preissprünge fühlen sich Autofahrerinnen und Autofahrer gefrotzelt, wenn Regierungsvertreter -wie kürzlich der Wirtschaftsminister - eine angedrohte Erhöhung der Mineralölsteuer um 10 Cent als eine "leichte" kleinreden wollen. Denn dadurch würden sich die ohnehin gestiegenen Spritpreise um weitere 10 Prozent verteuern und damit noch einmal so viel, wie seit Jahresbeginn. "Wer eine 10-prozentige Verteuerung eines Produktes als eine leicht abtut, zeigt nur, wie abgehoben vom Alltag man ist".

Statt neue Belastungen auszuhecken, sollte vor allem der Wirtschaftsminister endlich handeln. "Gegen weltweit steigende Spritpreise kann ein Wirtschaftsminister wenig machen. Er kann aber sehr wohl im Inland dafür sorgen, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer nicht auch noch zusätzlich draufzahlen müssen." Verbesserungsvorschläge liegen schon lange vor, die auf nationaler und internationaler Ebene umzusetzen sind.

In Österreich soll der Wirtschaftsminister endlich für ein echtes Preis-Monitoring sorgen, bei dem die täglichen Spritpreise in Österreich mit den täglichen Produktenpreisen in Rotterdam miteinander verglichen werden. Nur so können willkürliche Preisaufschläge sofort transparent gemacht werden. Der Wirtschafsminister soll endlich bei den Preisanzeigen vor den Tankstellen eine einheitliche Reihenfolge durchsetzen, sodass Autofahrer schneller den Preis für "ihre" Spritpreissorte finden. Diese Preisangaben sollen gut lesbar sein, da sie ja während des Autofahrens verglichen werden müssen. Höher versetzte Mini-Ziffern bringen nichts. Auf internationaler Ebene muss gerade ein Wirtschaftsminister größtes Interesse daran haben, die Entstehung der Spritpreise möglichst transparent zu machen oder gar zu hinterfragen. Derzeit geben die Mineralölkonzerne in ganz Europa vor, sich an den Produktenpreisen für Diesel und Eurosuper in Rotterdam zu orientieren. Doch die dortigen Preise werden nicht publiziert, geschweige denn ihr Zustandekommen. "Es kann nicht sein, dass sich ganz Europa bei einem so fundamental wichtigen Produkt wie Sprit an einen Markt orientiert, der im Dunklen bleibt und an dem nur zwei bis fünf Prozent des Europa-Verbrauchs gehandelt wird", kritisiert der ARBÖ. Unfaire Spritpreise bekommen zwar die Autofahrerinnen und Autofahrer als erste zu spüren, früher oder später jedoch alle: Beim Heizen, bei den Mieten, bei den Konsumpreisen. Die Autofahrerinnen und Autofahrer bekommen die Teuerungen allerdings immer als erste zu spüren. "Der Preis für eine Tasse Melange in Österreich ändert sich ja auch nicht jeden Tag, nur weil der Börsenpreis für Bohnen täglich schwankt."

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