Reformbewegung als Design: Hofmobiliendepot baut IKEA neu zusammen

Wien (OTS) - Auf gelben, an die Schäreninseln Schwedens erinnernde Podeste, stehen sie: die Sesseln und Tische mit ihren seltsam-bekannten Namen wie Billy oder Lövet, die seit den 70er Jahren immer mehr Haushalte in Wien und anderswo mit ihrem funktionalen Stil prägen. Dem "Phänomen IKEA" begibt sich das Hofmobiliendepot in Wien zwischen 9. April und 11. Juli auf die Spur. Laut Kurator Markus Laumann sollen dabei unter anderem die "Wurzeln der Designgeschichte" des heute weltweit in 25 Ländern agierenden Möbelausstatters mit der persönlichen "Du"-Anrede freigelegt werden.

Zwei Ausstellungen - die erste 1930 in Stockholm, die zweite in den 50er Jahren - machten neues schwedisches Design im Land der Rentiere, Polarfüchse und Heidelbeersuppen erfolgreich bekannt. Einfach, natürlich, klare Farben, klare Funktionsweisen, Lebensfreude: Was später einmal das 1943 von Ingvar Kamprad gegründete Unternehmen IKEA weltweit kommunizieren sollte, basiert historisch auf der Designgeschichte der europäischen Reformbewegungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Sieht man sich die ersten IKEA-Entwürfe aus den 50er Jahren, die in der Schau erstmals hierzulande zu sehen sind, an, merkt man, wie weit noch der Weg bis zur "Good Feeling"-Einkaufstour war. Etwa den Tisch Lövet (1956), der dem heimischen Nierentisch zum Verwechseln ähnlich sieht, mit dem entscheidenden Unterschied, dass die schwedische Variante bereits zerlegt geliefert werden konnte. Erst in den 70er Jahren etablierte sich die heutige Praxis, beim blau-gelben Möbelunternehmen das ausgesuchte Mobiliar gleich mitzunehmen. Davor brachte es die Post, deren schadhafte Anlieferung jedoch dazu führte, dass IKEA viel Gehirnschmalz in eine spezielle und damals neue Verpackungslogik steckte.

Was zu Beginn in Österreich laut Laumann jungen Leuten noch Möglichkeiten zur Emanzipation bot, hat sich heute längst zum generationsübergreifenden Einrichtungsstil entwickelt. "IKEA hat kein kritisches Moment mehr", so Laumann beim Mediengespräch am Donnerstag. Viel eher - und hierfür luden die Ausstellungsmacher mehrere Wiener Designer ein - verfügen die industriell verarbeiteten "Vornamen"- Möbelstücke eher noch zu entdeckendes künstlerisches Potential. Mehrere Beispiele sind zu sehen, wo etwa aus "Billy" ein "Billy Wilder" mit neuem Regalbrett wurde. Lohnenswert ist auch der Besuch der Gegenüberstellung der typischen Einrichtungsrealität von Herrn und Frau Österreicher und Herrn und Frau IKEA-Kunden: Während zweitere jenes leicht wirkende Design bevorzugen, zeigt sich das aus Statistiken und Umfragen ermittelte typische rot-weiß-rote Wohnzimmer noch immer etwas schwerfällig-rustikal dar. Um dem Klischee-Alarm vorzubeugen: In Schweden ist es aufgrund der Lage im Durchschnitt auch bedeutsam dünkler, was die farbenfrohe Leichtigkeit miterklärt. Das Phänomen, dass sich hier und in 24 weiteren Ländern unzählige Menschen jedes Jahr auf's Neue auf den aktuellen Katalog des schwedischen Möbelhauses freuen, findet mit der vorigen Erklärung freilich nicht ihr Auskommen..

Hofmobiliendepot-Möbel Museum Wien (7., Andreasgasse 7):
Phänomen IKEA, Laufzeit: 9.4. bis 11.7., Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr, Führungen auf Anfrage bzw. jeweils am Sonntag/Feiertag um 15.00 Uhr, Telefon: 524 33 57 www.hofmobiliendepot.at ; www.ikea-im-museum.at

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