Neues Volksblatt: "Wunschkonzert" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 7. April 2010

Linz (OTS) - Die EU wird immer mehr zum Christkindl für politische Wünsche und zur Müllhalde für ungelöste Probleme. Was in Österreich nur schwer durchsetzbar ist, wird der EU aufgehalst, und was in Österreich schief läuft, wird der EU angelastet.
So spielt man jenen in die Hände, die in Österreich ihren Privatkrieg gegen die EU führen.
Ein Beispiel ist das Rauchverbot, das in Österreich für heiße Diskussionen sorgt. Es gibt zwar eine Übergangsregelung, die aber vielen viel zu wenig weit geht, weshalb immer mehr Politikerinnen und Politiker nach einer EU-Regelung rufen.
Als nicht-militanter Nichtraucher fragt man sich: Was soll uns die EU noch alles vorschreiben? Kommt nach dem Rauchverbot das verpflichtende Tragen von langen Unterhosen bei Temperaturen unter minus fünf Grad? Die Krankheitskosten wegen unzureichender Bekleidung bei großer Kälte lassen sich bestimmt berechnen.
Lassen wir also die EU das tun, was sie tun soll, in der Wirtschafts-und Geldpolitik, in Sicherheitsfragen, in der Außenpolitik, und lassen wir das in Österreich, was hierzulande geregelt gehört.
Die EU ist kein Wunschkonzert und als Ausrede für mangelnde Entscheidungskraft völlig ungeeignet. Wollen wir nicht zu viel von der Zentrale in Brüssel - es könnte uns eines Tages zu viel werden!

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001