Weltgesundheitstag: Verringerung der Armutsgefährdung ist die beste Gesundheitsvorsorge

Wien (OTS) - Auf den Zusammenhang von Armut und gesundheitlicher Ungleichheit macht Volkshilfe Bundesgeschäftsführer Mag. (FH) Erich Fenninger anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April 2010 aufmerksam: Armut heißt nicht nur kein Geld zu haben, sondern Armut schlägt sich auch in sozialer Isolation, psychischen Belastungen, emotionalen Störungen und negativem Stress nieder. Die Folgen sind ernsthafte gesundheitliche Probleme, wie Magenbeschwerden, Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Schlafstörungen. Von Armut betroffene Menschen sind wesentlich häufiger krank als Menschen, die im Wohlstand leben, und sterben um bis zu sieben Jahre früher.

"Gerade im europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung muss ein besonderes Augenmerk auf der Gesundheitsversorgung ärmerer Bevölkerungsschichten liegen. Hier müssen Zugangsbarrieren abgebaut werden.", fordert Fenninger. Für Alleinerzieherinnen ist fehlende Kinderbetreuung häufig ein Grund, nicht zum Arzt zu gehen. Für MigrantInnen stellen nicht vorhandene Deutschkenntnisse oft eine Hürde dar. Fünf Prozent der armutsgefährdeten Menschen können sich einen notwendigen Arztbesuch nicht leisten.

"Doch bessere medizinische Versorgung kann gesundheitliche Ungleichheit nur zu einem Teil verringern. Die wichtigsten Ansatzpunkte zur Verbesserung der Gesundheit von Armutsbetroffenen liegen außerhalb der Medizin.", so Fenninger. Denn arme Menschen wohnen beispielsweise häufiger in schlechteren Wohngegenden mit erhöhter Umweltbelastung. 22% der von akuter Armut betroffenen Menschen müssen sogar in Wohnungen mit Schimmelbefall leben.

Soziale Wohnbaupolitik ist demnach gleichzeitig auch Gesundheitspolitik; ähnlich ist es mit Bildungspolitik:
PflichtschulabsolventInnen sind doppelt so oft von chronischer Krankheit betroffen (21%) wie Personen mit Maturaabschluss (11%). "Umfassende Maßnahmen zur Verringerung der Armutsgefährdung sind deshalb die beste Gesundheitsvorsorge!", verdeutlicht Fenninger anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April.

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