ÖGB: Grundstein für Gewerkschaftsbewegung gelegt

140 Jahre Koalitionsgesetz am 7. April

Wien (OTS/ÖGB) - Am 7. April 1870 wurde das sogenannte Koalitionsgesetz beschlossen. Damit wurden Gewerkschaften in Österreich auch vom Staat anerkannt. "Damit war ein langer Kampf um die Anerkennung der Rechte der ArbeitnehmerInnen erfolgreich geschlagen. Noch wenige Monate vorher wurden zahlreiche GewerkschafterInnen für ihr Engagement wegen Hochverrates verurteilt", so die Leitende Sekretärin des ÖGB, Monika Kemperle. Heute sind rund 65.000 Frauen und Männer ehrenamtlich als BetriebsrätInnen, PersonalvertreterInnen oder JugendvertrauensrätInnen tätig.++++

Der 7. April 1870 ist die Geburtsstunde der Gewerkschaften in Österreich als anerkannte Vereinigungen. Damit war es erlaubt, zur Durchsetzung besserer Arbeitsbedingungen mit Streik zu drohen, die ArbeiterInnen konnten sich wegen gemeinsamer Einstellung der Arbeit verabreden und Vereinbarungen für einzelne Berufszweige treffen. Ein langer Kampf für die Anerkennung von ArbeitnehmerInnenrechten war erfolgreich: noch im Dezember 1869 demonstrierten in Wien 15.000 Menschen für die Koalitionsfreiheit, ihre Sprecher wurden wegen Hochverrates verurteilt, dann aber amnestiert. Die Koalitionsfreiheit wird von der österreichischen Verfassung als Teil der allgemeinen Vereinigungsfreiheit geschützt.

Heute sind in ganz Österreich quer durch alle Branchen rund 65.000 Frauen und Männer ehrenamtlich als BetriebsrätInnen, PersonalvertreterInnen und JugendvertrauensrätInnen tätig. Von betrieblichen Lohn- oder Gehaltsverhandlungen über das Abschließen von Betriebsvereinbarungen bis zur Mitwirkung an gewerkschaftlichen Lohn- und Gehaltsverhandlungen. Sie sind im Österreichischen Gewerkschaftsbund organisiert, der Ende April 2010 sein 65-jähriges Bestehen feiert. Der Gewerkschaftsbund als gemeinsamer Dachverband, über alle Branchen und über alle Parteien gibt den Interessen der ArbeitnehmerInnen gegenüber den Unternehmen und ihren Vertretungen, in der Sozialpartnerschaft und gegenüber der Politik eine starke Stimme und eine starke Verhandlungsposition.

Kemperle: "Gerade die vergangenen Monate haben gezeigt wie wichtig das Engagement von BelegschaftsvertreterInnen ist. In vielen Betrieben konnten dadurch die Folgen der Wirtschaftskrise zumindest gemildert, manche Auswirkungen überhaupt verhindert werden."(ff)

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