Das gepredigte und das gelebte Wort (von Claudia Grabner)

Ausgabe 4. April 2010

Klagenfurt (OTS) - Im Schutz der kirchlichen Moral hat sich das gelebte vom gepredigten Wort abgesetzt. Was sich dazwischen auftut, ist strafrechtlich relevanter Tatbestand. In salbungsvollem Bedauern kann sich die - interne - Konsequenz nicht erschöpfen. Bedauern, Empörung über das Vorgefallene setzt man voraus. Was also hat der Vatikan Opfern und Gläubigen zu "bieten" - abgesehen davon, sich über Tausende Missbrauchsfälle hinwegzuschweigen? - Er geht in die Offensive. Stellt sich selbst dar als Opferlamm. Setzt sich gleich mit verfolgten, ermordeten Juden ... Der Antisemitismus-Vergleich des persönlichen Papst-Predigers Raniero Cantalamessa zeichnet ein Bild der Kirchenspitze, das die "Andersartigkeit" nicht dramatischer darstellen könnte. Vor allem: Mit dieser empörenden Art der Verteidigung macht sich die Kirche im Kollektiv schuldig.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001