Vatikansprecher distanziert sich von Antisemitismus-Vergleich

Vatikanstadt, 03.04.10 (KAP) Nach dem Antisemitismus-Vergleich des päpstlichen Hauspredigers in der Missbrauchsdebatte hat sich Vatikansprecher Federico Lombardi von der Aussage distanziert. Bei der Karfreitagspredigt des Kapuziner-Theologen Raniero Cantalamessa handle sich nicht um eine Erklärung des Vatikan, sagte Lombardi am Freitagabend gegenüber Journalisten. Die Äußerung stelle auch keinen Angriff auf das Judentum dar, sondern sei als Solidaritätsbekundung eines Juden mit dem Papst zu verstehen. Lombardi bestritt zudem, Benedikt XVI. sei an der Abfassung der Predigt beteiligt gewesen.

Cantalamessa, einer der meistgelesenen geistlichen Autoren Italiens, hatte in seiner Predigt im Petersdom aus dem Brief eines nicht namentlich genannten jüdischen Freundes zitiert. Darin hieß es, der Gebrauch von Stereotypen und die Verwechslung von persönlicher und kollektiver Verantwortung in der Missbrauchsdebatte erinnere ihn "an die schändlichsten Aspekte des Antisemitismus". Zugleich erklärte der Autor dem Papst und den katholischen Gläubigen seine Solidarität angesichts der "heftigen und von allen Seiten erfolgenden" Attacken.

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