Neues Volksblatt: "Osterlicht" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 3. April 2010

Linz (OTS) - Es ist also wieder Ostern, das Fest der Auferstehung. Das Fest, das uns daran erinnert: Jesus ging durch die Dunkelheit des Grabes zum Licht des neuen Lebens. Aus der Dunkelheit zum Licht -hier lässt sich eine gedankliche Parallele zum Missbrauchs-Thema ziehen. In erster Linie ist es allen Missbrauchsopfern zu wünschen, sie mögen den Weg aus der "Dunkelheit" der seelischen Verwundung dadurch finden, dass sie über ihre traumatischen Erlebnisse reden können, dass man ihnen glaubt und dass ihnen auch konkrete Hilfe angeboten wird. Die Voraussetzungen dafür sollten jetzt gegeben sein, zumal die offizielle Kirche - beginnend beim Papst - in diesem Bereich Schuld eingestanden und signalisiert hat, dass man die Opfer ernst nimmt, ihnen Hilfe anbietet und Maßnahmen setzen will, um solche Vorfälle für die Zukunft zu verhindern. Womit auch die Kirche selbst den Weg aus der "Dunkelheit" des Vertuschens und Verdrängens hin zum "Licht" eines ehrlichen Umgangs mit der Missbrauchs-Problematik finden kann. So besteht nach der Dramatik der vergangenen Wochen die österliche Hoffnung auf "neues Leben" für alle Beteiligten. Für die Opfer ebenso wie für die Täter und für die Kirche insgesamt.

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