"Kreuzigung" am Stephansdom: Kritik an Gefährdung anderer

Dompfarrer Faber: Anliegen legitim, aber Umstände nicht in Ordnung

Wien, 02.04.10 (KAP) Es ist legitim, gegen die Missbrauchsfälle in der Kirche mit künstlerischen Mitteln zu protestieren, "aber nicht in schwindelnder Höhe am Stephansdom, wenn der Künstler dadurch sich selbst und andere gefährdet": Das sagte Dompfarrer Toni Faber zu einer Aufsehen erregenden Aktion des Künstlers Emmerich Weissenberger, der sich am Freitagvormittag in 20 Meter Höhe nur mit Lendenschurz bedeckt und mit einer Stacheldraht-Krone auf dem Haupt in Kreuzigungspose vom Gerüst am Dom hängte und damit an das Leid der Missbrauchsopfer erinnern wollte.

Dieses Anliegen sei zu "akzeptieren und zu respektieren", so der Dompfarrer im Gespräch mit "Kathpress"; die Ausdrucksform, die Weissenberger dafür gewählt habe, mache ihn "betroffen". "Nicht in Ordnung" sei für ihn jedoch, dass der Künstler seinen Protest mit Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch verbunden habe und die von ihm in Kauf genommene Gefährdung zu einem Polizei- und Feuerwehreinsatz am Wiener Stephansplatz führen musste. Dompfarrer Faber hatte aus Sorge, der Künstler könnte abstürzen und jemanden verletzen, das Haupttor des Stephansdoms verschließen lassen.

Seine Kunstaktion hatte Weissenberger weder dem Dom noch den Behörden angekündigt. Nach seiner Performance, die zu einer Absperrung des Dom-Eingangsbereichs führte, wurde Weissenberger von der Polizei angezeigt und einvernommen.

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