FPÖ-Karlsböck: Tötung von lebensfähigen Kindern ist keine Therapie! Eugenische Indikation muss neu bewertet werden

Wien (OTS) - In Österreich sehe das Strafgesetzbuch (StGB) in Paragraph 97 vor, dass Ungeborene bis zum Zeitpunkt der Geburt getötet werden dürfen, "wenn eine ernste Gefahr besteht, dass das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein werde", erklärte der freiheitliche Ärztesprecher NAbg. Dr. Andreas Karlsböck. Somit dürfe ein lebensfähiges Kind bis zur letzten Sekunde vor der Geburt straflos getötet werden, wenn ein Arzt bei ihm die Gefahr einer Abweichung von der medizinischen Norm, die nirgendwo näher definiert sei, diagnostiziere, kritisierte Karlsböck.

Dieser Gummiparagraph öffne Tür und Tor für Willkür und Missbrauch, so Karlsböck, der auch den Druck dem Ärzte in diesem Fall ausgesetzt seien aufzeigte. So würden sich in Österreich Prozesse um Unterhaltszahlungen für Kinder mit angeborener Behinderung mehren. Diese sogenannten "wrongful birth" Fälle führten auch dazu, dass sich Ärzte aufgrund dieser Judikatur gezwungen sähen, schon bei geringstem Verdacht auf eine Behinderung die Abtreibung als eine "Therapieform" anzuraten. "Abtreibung ist keine Therapie", betonte Karlsböck.

In Deutschland, wo eine ähnliche Gesetzeslage wie in Österreich vorherrsche, würden nach Expertenschätzungen rund 800 sogenannte Spätabtreibungen durchgeführt und somit hunderte lebensfähige Kinder getötet. Auf Österreich umgelegt bedeute dies rund 80 Fälle pro Jahr, so Karlsböck. Einige Kinder würden jedoch die Spätabtreibung überleben, wie ein dramatischer Fall aus Deutschland belege:
"?Susanne B. erfuhr im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft, dass ihr Kind mit Down-Syndrom geboren werden würde. Sie entschied sich für eine Spätabtreibung - doch der Junge überlebte. Susannes Baby sollte auf seinem Weg durch den Geburtskanal sterben, an den Anstrengungen und toxischen Medikamenten, die die Wehen einleiteten.(?) Nach mehr als 30 Stunden Qual und Schmerzen musste der Arzt ihn aus Susannes Leib herausziehen (?). Und dann waren da noch andere Krankheiten, die in den Stunden nach der Geburt entstanden. Mehr als zwanzig Operationen in drei Jahren musste Tim überstehen(?).Als alles vorbei war, grübelte Susanne B. oft, (?)wenn ich viel mehr gewusst hätte -über das Down-Syndrom(?)"Dann hätte ich mich für eine normale Entbindung und gegen einen Abbruch entschieden", sagte sie später.(?)

Dieser dramatische Fall zeige, dass hier offenbar das Recht an der Ethik vorbei gehe, so Karlsböck, der derartige Praktiken für eine westliche Zivilisation für unwürdig hält. "Die Spätabtreibung oder Eugenische Indikation muss neu bewertet werden", forderte Karlsböck.

Es könne nicht sein, dass die derzeit herrschende Rechtslage zwischen erwünschten und unerwünschten Leben unterscheide und diese Entwicklung abseits vom ethischen Grundkonsens unseres Gemeinwesens stehe, so Karlsböck. Weiters sei nach herrschender Rechtslage die Geburt eines behinderten Kindes prinzipiell schadenersatzbegründend und übe somit Druck auf die Ärzte aus ein "perfektes" Kind auf die Welt zu bringen. Dadurch werde schon bei geringstem Verdacht auf eine Behinderung die Abtreibung erwogen, so Karlsböck, der davor warnte dass es bei der derzeitigen Rechtslage zu "Kurzschlussreaktionen" kommen könne, die später bereut würden. Hier sei auch das Mitspracherecht des Vaters neu zu bewerten, so Karlsböck, der eine diesbezügliche parlamentarische Anfrage an die Justizministerin und den Gesundheitsminister stellen wird.

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub
Tel.: 01/ 40 110 - 7012
presse-parlamentsklub@fpoe.at

http://www.fpoe-parlamentsklub.at
http://www.fpoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0003