Statt Verstand regiert die Sucht nach Geld (von Markus Kaufmann)

Ausgabe 2. April 2010

Klagenfurt (OTS) - Eines ist klar: Nicht nur Kärnten, auch der Staat pfeift finanziell aus dem letzten Loch, und Einnahmen müssen her. Sich aber über die Spielsucht zu bereichern, ist mit Sicherheit der falsche Weg. Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka und seine ÖVP-Mannen - der Kärntner Klubobmann Stephan Tauschitz inklusive -sollten einmal ihre Ohren aufsperren, wenn namhafte Experten seit Jahren predigen, dass der volkswirtschaftliche Schaden, der durch die Spielsucht entsteht, viel höher sei als die Mehreinnahmen durch Steuern. Aber was kümmern die Gesetzgeber in Wien und Klagenfurt zerrüttete Familien am Existenzminimum oder eine extrem hohe Selbstmordrate unter den Süchtigen? Was kümmern Staat und Land die Millionen, die für den äußerst schwierigen Kampf gegen die Spielsucht ausgegeben werden müssen? Offenbar nicht viel. Denn wenn es darum geht, das Budget kurzzeitig aufzufetten, wird bei so manchem Politiker der volkswirtschaftliche Verstand ausgeschaltet - dann regiert die Sucht, die Sucht nach Geld.

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