Neues Volksblatt: "Ans Kreuz" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 2. April 2010

Linz (OTS) - "Ans Kreuz mit ihm": Die Stimmung ist aufgeheizt, das Todesurteil des Pilatus über Jesus die logische Folge. Bis zum bitteren Ende geht Jesus den Kreuzweg, vielen Schmähungen ausgesetzt, Hilfe oder Mitleid indes sind die Ausnahme.
Es scheint, als hätten sich viele, die jetzt über die Kirche herfallen, den Kreuzweg als Vorbild genommen.
"Schluss mit Vertuschung" heißt es, man empört sich über "scheinheilige Opfergottesdienste" und ruft nach der "staatlichen Gerichtsbarkeit anstelle von kirchlicher Scheinkommission". Die oberösterreichischen Jusos, die das von sich gegeben haben, hätten lieber am Mittwoch in den Linzer Dom gehen sollen, um sich anzuhören, wie Bischof Schwarz zu den Missbrauchsfällen Stellung genommen hat. Doch so wie die jungen Sozis - mit Unterstützung der Landes-SPÖ, die diesen Schwachsinn ausgesendet hat - unqualifiziert über die Kirche herfallen dürfen, maßen sich derzeit viele ein Urteil an. Allen scheint eines gemeinsam: Jetzt glaubt man den Zeitpunkt für gekommen, der katholischen Kirche den Todesstoß zu versetzen. Deren Werteordnung ist einer libertären Gesellschaft ein Dorn im Auge, das Versagen im Umgang mit Schutzbefohlenen ist der willkommene Anlass, um zu rufen: "Ans Kreuz mit ihr".

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