"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Der Vorreiter"

Nicht nur Karas weiß, dass der politische Ober-Christ keine bürgerliche Option ist.

Wien (OTS) - Jetzt hat also Rudolf Gehring, der Präsidentschafts-Kandidat der Christlichen Partei Österreichs, seine erste große Interview-Tour absolviert und dabei allerlei Seltsamkeiten gesagt. Dass er Josef Pröll nicht angelobt hätte; Norbert Darabos auch nicht; dass Homosexualität eine Verirrung sei; dass Kinder nicht in Krippen sollten, weil das ihrem Gehirn schade; und dass er in eine Stichwahl kommen wolle. Na dann viel Glück! Beachtlich an diesen Aussagen ist, dass hier jemand seinen Prinzipien treu bleibt, obwohl er für ein Amt kandidiert. Das ist definitiv nicht oft der Fall.
Strategisch gesehen wird er es damit nicht leicht haben. Der politische Ober-Christ hätte gute Chancen gehabt, bei dieser Wahl, die aufgrund mangelnder Wahlmöglichkeiten fast an eine Nicht-Wahl grenzt, einen zweistelligen Prozentsatz an Stimmen zu bekommen. Im bürgerlichen Lager wäre viel zu holen gewesen. So vernichtet er all seine Möglichkeiten.
Dass tags darauf der nicht immer auf ÖVP-Parteilinie liegende Othmar Karas betont, Heinz Fischer wählen zu wollen, wirkt wie eine rasche, plausible Reaktion. Da man nun die Alternativen besser kennt, wird Karas nicht der einzige Bürgerliche bleiben.

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