- 01.04.2010, 14:35:12
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"Unsere gemeinsame Sorge gilt den Opfern"
Erstes Treffen zwischen Kardinal Schönborn und der neubestellten "unabhängigen Opferschutzanwältin" Waltraud Klasnic
Wien (OTS) - Wien, 01.04.10 (PEW) Kardinal Christoph Schönborn ist
am Donnerstagmittag mit der neubestellten "unabhängigen
Opferschutzanwältin" Waltraud Klasnic zu einem ersten
Planungsgespräch zusammengekommen. "Unsere gemeinsame Sorge gilt den
Opfern", sagten Kardinal Schönborn und Waltraud Klasnic
übereinstimmend bei einem anschließenden Pressebriefing im Wiener
Erzbischöflichen Palais. Waltraud Klasnic wird in der Zusammensetzung
ihres Teams und in der Gestaltung der Arbeitsweise völlig selbständig
sein und führt ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Kardinal Schönborn:
"Die Wunden der Opfer können nur geheilt werden, wenn Wahrheit und
Gerechtigkeit oberste Prinzipien sind, wenn nichts vertuscht oder
schöngeredet wird". Die Tätigkeit der Opferschutzanwältin wird drei
Ziele haben: "niedrigschwellige" Anlaufstelle für Opfer, Regelung der
Zuwendungen für Therapien und Entschädigung, Kontakthaltung mit allen
Einrichtungen, die sich um Aufklärung und Vorbeugung bemühen.
Waltraud Klasnic kündigte an, dass sie bis Ende April bei einem
Medientermin in Wien ihr Team und die Arbeitsweise präsentieren wird.
Kardinal Schönborn dankte der früheren steirischen Landeschefin in
herzlichen Worten für ihre Bereitschaft, sich für die Opfer
einzusetzen. Waltraud Klasnic erklärte ihrerseits, dass ihr von
Kardinal Schönborn "völlige Unabhängigkeit" zugesagt wurde, was
"unabdingbare Voraussetzung für eine glaubwürdige und vertrauensvolle
Tätigkeit" sei. Es gehe darum, Opfern Hilfestellung zu geben und
"mitzuwirken, dass sehr Leidvolles aus der Vergangenheit ehrlich
aufgearbeitet wird und Lehren für das Heute und Morgen gezogen
werden".
Die Opferschutzanwältin ist erreichbar unter: opferschutz@gmx.at bzw.
0664/9807817.
Der Wiener Erzbischof verwies bei dem Pressebriefing noch einmal auf
das Schuldbekenntnis, das er gemeinsam mit der katholischen Theologin
(und Chefredakteurin der katholischen Zeitschrift "Diakonia")
Veronika Prüller-Jagenteufel am Mittwochabend beim Klage- und
Bußgottesdienst im Wiener Stephansdom gesprochen hatte. Dieser Text
orientiert sich an dem von dem evangelischen Theologen und Märtyrer
Dietrich Bonhoeffer formulierten "Schuldbekenntnis" der Kirchen für
ihre Verstrickungen in der NS-Zeit. Kardinal Schönborn zitierte aus
dem Text: "Wir sind bereit, unsere Verantwortung für Geschichte und
Gegenwart anzunehmen, einzeln und gemeinsam; wir sind bereit, unsere
Denk- und Handlungsmuster aus dem Geist Jesu zu erneuern und an der
Heilung der Wunden mitzuwirken". (forts mgl)
Rückfragehinweis:
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