"Unsere gemeinsame Sorge gilt den Opfern"

Erstes Treffen zwischen Kardinal Schönborn und der neubestellten "unabhängigen Opferschutzanwältin" Waltraud Klasnic

Wien (OTS) - Wien, 01.04.10 (PEW) Kardinal Christoph Schönborn ist am Donnerstagmittag mit der neubestellten "unabhängigen Opferschutzanwältin" Waltraud Klasnic zu einem ersten Planungsgespräch zusammengekommen. "Unsere gemeinsame Sorge gilt den Opfern", sagten Kardinal Schönborn und Waltraud Klasnic übereinstimmend bei einem anschließenden Pressebriefing im Wiener Erzbischöflichen Palais. Waltraud Klasnic wird in der Zusammensetzung ihres Teams und in der Gestaltung der Arbeitsweise völlig selbständig sein und führt ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Kardinal Schönborn:
"Die Wunden der Opfer können nur geheilt werden, wenn Wahrheit und Gerechtigkeit oberste Prinzipien sind, wenn nichts vertuscht oder schöngeredet wird". Die Tätigkeit der Opferschutzanwältin wird drei Ziele haben: "niedrigschwellige" Anlaufstelle für Opfer, Regelung der Zuwendungen für Therapien und Entschädigung, Kontakthaltung mit allen Einrichtungen, die sich um Aufklärung und Vorbeugung bemühen. Waltraud Klasnic kündigte an, dass sie bis Ende April bei einem Medientermin in Wien ihr Team und die Arbeitsweise präsentieren wird. Kardinal Schönborn dankte der früheren steirischen Landeschefin in herzlichen Worten für ihre Bereitschaft, sich für die Opfer einzusetzen. Waltraud Klasnic erklärte ihrerseits, dass ihr von Kardinal Schönborn "völlige Unabhängigkeit" zugesagt wurde, was "unabdingbare Voraussetzung für eine glaubwürdige und vertrauensvolle Tätigkeit" sei. Es gehe darum, Opfern Hilfestellung zu geben und "mitzuwirken, dass sehr Leidvolles aus der Vergangenheit ehrlich aufgearbeitet wird und Lehren für das Heute und Morgen gezogen werden".
Die Opferschutzanwältin ist erreichbar unter: opferschutz@gmx.at bzw. 0664/9807817.

Der Wiener Erzbischof verwies bei dem Pressebriefing noch einmal auf das Schuldbekenntnis, das er gemeinsam mit der katholischen Theologin (und Chefredakteurin der katholischen Zeitschrift "Diakonia") Veronika Prüller-Jagenteufel am Mittwochabend beim Klage- und Bußgottesdienst im Wiener Stephansdom gesprochen hatte. Dieser Text orientiert sich an dem von dem evangelischen Theologen und Märtyrer Dietrich Bonhoeffer formulierten "Schuldbekenntnis" der Kirchen für ihre Verstrickungen in der NS-Zeit. Kardinal Schönborn zitierte aus dem Text: "Wir sind bereit, unsere Verantwortung für Geschichte und Gegenwart anzunehmen, einzeln und gemeinsam; wir sind bereit, unsere Denk- und Handlungsmuster aus dem Geist Jesu zu erneuern und an der Heilung der Wunden mitzuwirken". (forts mgl)

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