LH Dörfler: Umfahrung Völkermarkt bringt neue Ära für Südkärnten

Lilienbergtunnel wird am 11. April eröffnet - modernste Sicherheitsstandards - Entlastung für Bevölkerung und Umwelt

Klagenfurt (OTS/LPD) - Von einer neuen Ära für Völkermarkt und Südkärnten, von mehr Lebensqualität und wirtschaftlichen Impulsen wurde heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz in der Straßenmeisterei Völkermarkt gesprochen. Es ging dabei um die B82 Seeberg Straße - Umfahrung Völkermarkt mit dem Lilienbergtunnel. Mit Gesamtbaukosten von 46 Mio. Euro ist es laut Straßenbaureferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler die teuerste Umfahrung, die das Land Kärnten je gebaut hat. Offiziell eröffnet wird sie am Sonntag, den 11. April, mit einem großen Fest, zu dem der Landeshauptmann die Bevölkerung herzlich einlädt. Die Medienvertreter konnten den Tunnel und die umfassenden, modernsten Sicherheitseinrichtungen bereits heute besichtigen.

Für den Landeshauptmann bedeutet die Umfahrung eine wesentliche Aufwertung Völkermarkts und Südkärntens: "Wir befreien die Stadt von Stau, Lärm, Feinstaub und LKW-Kolonnen." Er erwartet sich neue Lebensqualität für die Völkermarkterinnen und Völkermarkter und einen positiven Effekt auf die Umwelt. "Der Völkermarkter Hauptplatz kann jetzt durchatmen und sich entwickeln", ortet er außerdem neue Chancen für Handel und Betriebe. Die Umfahrung sei die zweite Erschließung Südkärntens neben der Jörg-Haider-Brücke. Auch als Anbindung an die Koralmbahn komme ihr eine wichtige Funktion zu.
Dörfler erinnerte daran, dass beinahe 30 Jahre lang "geredet, geplant, diskutiert - und nicht gebaut wurde". Selbst beim Spatenstich am 6. Oktober 2007 habe es deshalb von einigen noch Zweifel an der tatsächlichen Umsetzung gegeben. Aber man habe das Projekt umgesetzt - und zwar eins zu eins wie es der Bevölkerung damals vorgestellt wurde. Der Landeshauptmann dankte in diesem Zusammenhang auch Landtagspräsident Josef Lobnig, Bürgermeister Valentin Blaschitz sowie allen weiteren Beteiligten für die gute Kooperation.

Dörfler erklärte auch, dass sich das Projekt entgegen den ursprünglichen Plänen wesentlich verteuert habe. Grund dafür seien die neuen europäischen Tunnelsicherheitsstandards. So seien beispielsweise 650 Meter Fluchtstollen errichtet und modernste Sicherheitselektronik eingebaut worden. "Es ist aber selbstverständlich, dass wir die größtmögliche Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer schaffen wollten." Einsparungen konnten hingegen durch die Aufteilung in vier Baulose erzielt werden.
Volker Bidmon, Leiter der Straßenbauabteilung des Landes, sagte, dass täglich über 8.500 Fahrzeuge durch Völkermarkt rollen, davon 500 LKW. Die Umfahrung werde den Verkehr in der Stadt um fast 90 Prozent verringern. Für LKW werde es ein Fahrverbot geben, ausgenommen Zubringer. An weiteren Zahlen nannte Bidmon 100.000 m3 Tunnelausbruch, 270.000 m3 Abträge und Dammschüttungen, 1.800 Tonnen Stahl, 9.000 Tunnelanker und 58.000 m3 Beton. Im Vergleich dazu: Bei der Jörg-Haider-Brücke seien "nur" 18.000 m3 Beton verarbeitet worden.

Tunnelbauer Herbert Haßler sprach die schwierigen geologischen Bedingungen beim Tunnelbau an. Es habe auch einen Unfall gegeben, doch die beiden betroffenen Arbeiter seien glücklicherweise bald wieder einsatzfähig gewesen. Der Lilienbergtunnel sei einer der sichersten Tunnel Kärntens. Mit Rettung, Feuerwehr und Polizei sei bereits eine erfolgreiche Übung durchgeführt worden, sagte Haßler. Bidmon ergänzte, dass der Lilienbergtunnel von der Zentraltunnelwarte Klagenfurt Tag und Nacht überwacht werde.
"Völkermarkt und Südkärnten werden von der Umfahrung profitieren", ist sich Bürgermeister Blaschitz sicher. Auch die Bevölkerung sei begeistert. Für die Wirtschaft in der Stadt brauche man den Zielverkehr, nicht den Durchzugsverkehr, meinte der Bürgermeister. Landtagspräsident Lobnig, der als regionaler Mandatar auch lange für die Umfahrung gekämpft hatte, sprach von einem wertvollen Impuls für die Stadt. Sie sei vor allem eine "Schwerverkehrsumfahrung", die eine wesentliche Verkehrsberuhigung und Entlastung bringen werde.
Bei der heutigen Pressekonferenz waren auch Günther Lapusch, zuständig für Brücken und Tunnels bei der Landesstraßenbauabteilung, und Straßenmeister Wolfgang Kleer anwesend.

Nach dem Spatenstich am 6. Oktober 2007 erfolgte der Baubeginn für die Umfahrung Völkermarkt am 15. November 2007. Der Lilienbergtunnel ist 1.134 Meter lang, an ihn schließt eine Unterflurtrasse mit einer Länge von 236 Meter an. Die Gesamtlänge der Umfahrung beträgt 2.819 Meter, zusätzlich wurden Begleitwege in der Länge von 1.500 Meter errichtet. Bei vollem Baubetrieb waren bis zu 120 Personen eingesetzt. Sämtliche Baumaßnahmen waren im Zeitplan. Baulos 1 -Straßenbau wurde von der Firma Kostmann durchgeführt, Baulos 2 -Lilienbergtunnel von der Arge ÖSTU-Stettin - G. Hinteregger - Wayss & Freitag, Baulos 3 - Unterflurtrasse von der Massivbau GmbH und Baulos 4 - E&M-Einrichtung (= Tunnelbeschichtung, Verkabelung, Beleuchtung, usw.) von der Cegelec GmbH.

Die große Verkehrsfreigabe erfolgt am Sonntag, 11. April, um 10.00 Uhr beim Südportal des Lilienbergtunnels. Pater Wolfgang Gracher wird einen Festgottesdienst abhalten und den Tunnel gemeinsam mit Pfarrer Gerhard Böhm segnen. Es werden auch ein Elektroscooter und viele Sachpreise unter allen Anwesenden verlost.

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