ÖGKV fordert Ausbildungsreform in Gesundheits- und Sozialberufen

Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband nimmt Stellung zu Missbrauch in Behindertenheim der Barmherzigen Schwestern Zams in Mils

Wien (OTS) - Die Missbrauchsvorwürfe in Einrichtungen der katholischen Kirche haben eine neue Dimension bekommen - den Missbrauch an Menschen mit Behinderungen, die in einer Einrichtung für Behinderte untergebracht sind.

Der Alltag hat für Menschen die an Behinderungen leiden, unabhängig davon ob sie schon damit geboren wurden, sich als Folge einer Erkrankung oder eines Unfalls mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen auseinander zu setzten haben, viele Hürden. Die Unterbringung in einer Behinderteneinrichtung ist für manche oft der der einzige Ausweg. In der überwiegenden Zahl dieser Einrichtungen leisten die Beschäftigten hervorragende Arbeit, die oft an ihr persönliches Limit gehen.

Personalengpässe zunehmend, mit nur mangelhaft oder gar nicht ausgebildetem Personal, kompensieren zu müssen, stehen auf der Tagesordnung. Darüber hinaus leidet jede/jeder vierte Beschäftigte im Pflege- und Betreuungsbereich an emotionaler Erschöpfung, nicht zu vergessen die zusätzliche körperliche Belastung, bestätigt eine kürzlich von der Arbeiterkammer veröffentlichte Studie.

"Es entsteht derzeit der Eindruck, dass die Langzeitpflege- und Behinderteneinrichtungen kaputt gespart werden sollen. Und dies auf Kosten derer die sich am wenigsten wehren können, Menschen mit Behinderungen und alte Menschen. Gerade in diesem sensiblen Arbeitsfeld ist die Kompetenz der Fachpflege dringend gefordert", kritisiert Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV).

Der Fokus der Gesundheitspolitik liegt nach wie vor in der Finanzierung der kurativen Medizin. Dabei kommt die Versorgung von Menschen mit Behinderung derzeit sicher zu kurz. Offensichtlich greifen die Maßnahmen der Gesundheits- und Sozialpolitik nicht ausreichend ineinander. Deutlich sichtbar wird dieses Defizit in der Finanzierung und Umsetzung der Ausbildungen in den Pflege- und Sozialberufen. Der ÖGKV fordern daher Ausbildungsinhalte dringend zu reformieren zu ergänzen, entsprechend zu finanzieren und bundesweit einheitlich zu gestalten!

Rückfragen & Kontakt:

Ursula Frohner
Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband
Wilhelminenstraße 91/IIe, 1160 Wien
T:+43 1/ 478 27 10
office@oegkv.at
www.oegkv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKV0001