Schatz: Strategien zur Gestaltung des zukünftigen Arbeitsmarktes fehlen völlig

Regierung muss endlich Tatsachen ins Auge schauen

Wien (OTS) - "Trotz starken Eigenlobes Minister Hundstorfers und enormer Mittel, die in die Arbeitsmarktpolitik fließen, bleibt die Lage am Arbeitsmarkt äußerst kritisch. Ein leichter saisonaler Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen macht die Tatsache nicht wett, dass gemäß namhafter Wissenschafter die Dunkelziffer an Arbeitslosen mittlerweile bei 500.000 Menschen liegt. Zu den 350.000 die offiziell angegeben werden, kommen jene mit Bezugssperren,
Arbeitslose im Krankenstand und solche die bereits einen Pensionsantrag gestellt haben. Unberücksichtigt in der Statistik sind auch jene, die zwar Arbeit suchen, aber mangels Vorzeiten noch nicht in der Arbeitslosenversicherung registriert sind. Damit wird klar, dass mit den traditionellen Methoden der Arbeitsmarktpolitik die Krise nicht überwunden werden kann. 'More of the same' bringt nichts mehr. Die Frage ist, wann diese Erkenntnis endlich auch die Verantwortlichen in Regierung und Sozialpartnerschaft erreicht", erklärt Birgit Schatz anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen des vergangenen Monats.

Es sei höchst an der Zeit in Zukunftsbranchen zu investieren. "Die jetzigen Investitionen in den Bereichen Erneuerbare Energien, Kinderbetreuung oder Pflege reichen nicht aus. Konservative Vorurteile beider Regierungsparteien verhindern, dass endlich Jobs geschaffen werden, wo sie gebraucht werden. Begleitet werden müssen diese Investitionen natürlich mit Bildungsoffensiven, damit ausreichend qualifiziertes Personal zu Verfügung steht. Das macht mehr Sinn als weiter im Bau von Großprojekten Geld zu versenken und Arbeitslose mit Motivierungskursen zu nerven", erläutert Schatz.

Grundsätzlich sei es notwendig, Arbeit gerechter unten der erwerbstätigen Bevölkerung zu verteilen. "Die Österreicherinnen und Österreicher machen deutlich mehr Überstunden als ihre KollegInnen in anderen Ländern der EU. Doch eigentlich würden sie gern weniger arbeiten und suchen nach einer guten work-life-balance. Minister Hundstorfer hat Maßnahmen zum Abbau dieser Überstunden angekündigt, passiert ist bis dato nichts. Wir brauchen aber dringend eine Arbeitszeitverkürzung, beginnend beim Abbau der Überstunden
und im weiteren einer kürzeren Vollzeitarbeit", so Schatz. Selbst das WIFO habe nachgewiesen, das Arbeitszeitverkürzung die Beschäftigung erhöht. "Mir ist unklar, warum Minister Hundstorfer nicht längst in dieser Richtung aktiv wird. Aber wahrscheinlich sitzen in der Wirtschaft, aber auch in der Gewerkschaft zu viele alte Strukturkonservative, die sich nichts mehr trauen. Aber so wird diese Krise wohl nie zu einer Chance", bedauert Schatz.

Besonders unbefriedigend ist für die Grünen die Jugendbeschäftigung, auch wenn Minister Hundstorfer unverständlicher Weise hier Entwarnung signalisiert: "Jugendliche haben wenig Chancen und Perspektiven. Das Bildungssystem versagt, es gibt zu wenige Lehrstellen, erreichbare Jobs sind meist nur befristet, Teilzeit und schlecht bezahlt. Die Bemühungen Hundstorfers sind vielleicht gut gemeint, aber die Situation ist nach wie vor trist. Wo bleibt eine intensive Auseinandersetzung, mit der Frage wie eine gerechte
Arbeitswelt nach den Erfahrungen der Krise, aber auch des Neoliberalismus der Vorjahre, bearbeitet wird? Hier versagt die Regierung völlig. Sie denkt nur von Monat zu Monat statt Zukunft bewusst zu gestalten. Und das geht vor allem auf Kosten jener, die gerade mal am Anfang ihrer Berufslaufbahn stehen", so Schatz abschließend.

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