Walser zu Spindeleggers Schulreform: "Nicht Genügend. Setzen."

Grüne fordern grundlegende Schulreform

Wien (OTS) - "Will der ÖAAB-Obmann die Bevölkerung für dumm verkaufen?", fragt der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, angesichts der von Michael Spindelegger in den Salzburger Nachrichten groß angekündigten grundlegenden Bildungsreform. "Statt einer bildungspolitischen Frohbotschaft bringt Spindelegger vor Ostern gerade einmal die Auferstehung alter Zöpfe zustande", zeigt sich Walser verärgert.

Spindelegger kündige zwar eine grundlegende Reform an, nehme dieses überfällige Versprechen dann aber auch gleich wieder vollständig zurück, um die Eckpfeiler seines Reformwillens einzurammen: Am bestehenden Nebeneinander von Hauptschule und AHS-Unterstufe wird nicht gerüttelt. "Damit wird aber das Grundproblem der Misere unseres Bildungssystems nicht einmal angetastet: die Selektion der Kinder mit neuneinhalb Jahren. Die Bildungsforschung ist sich einig, dass diese Trennung viel zu früh kommt, da das Leistungsvermögen der Kinder in diesem Alter noch nicht abgeschätzt werden kann."

Walser erinnert daran, dass außer Österreich nur noch Deutschland an dieser zu frühen Trennung festhalte: "Beide Länder sind international daher trotz hoher Bildungsausgaben nur noch Mittelmaß." Wenig abgewinnen kann Walser auch dem Vorschlag Spindeleggers zur Einrichtung von Eliteschulen in allen
Bundesländern: "Es ist wichtig, hochbegabte Kinder optimal zu fördern, aber durch die zu frühe Trennung in sogenannte Eliteschulen werden fast nur Kinder aus bildungsnahen Schichten gefördert".

"Wie lange sollen wir noch auf die längst überfällige grundlegende Schulreform warten?", fragt Walser weiter, "unser verkrustetes System stärkt weder die Starken noch hilft es den Schwachen, sondern produziert nur mittelmäßige Leistungen. Länder wie Finnland mit einer modernen Gemeinsamen Schule haben daher doppelt so viele SpitzenschülerInnen und nur ein Drittel so viele ProblemschülerInnen wie Österreich." Spindelegger müsse sich endlich vom Gängelband Fritz Neugebauers lösen und den Weg für eine moderne Gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen freimachen, so Walser
abschließend.

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