Tumpel warnt vor Kürzung des Arbeitsmarktbudgets: "Was wir jetzt brauchen, ist ein drittes Arbeitsmarktpaket!"

Wien (OTS) - Die Arbeitslosigkeit verharrt auch im März 2010 auf hohem Niveau. Auch wenn es gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres zu einem leichten Rückgang der Zahl der registrierten Arbeitslosen um knapp 2 Prozent gekommen ist, ist die Zahl der Arbeit Suchenden (Arbeitslose plus SchulungsteilnehmerInnen) mit mehr als 350.000 um über 16.000 (fast 5 Prozent) höher als im Vorjahr. Damit ist klar, dass von einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt weiterhin nicht die Rede sein kann. Bedenklich ist auch, dass sich der Trend der letzten Monate fortsetzt und die Zahl der älteren Arbeit Suchenden weiterhin überdurchschnittlich ansteigt. Angesichts dieser Besorgnis erregenden Entwicklung warnt AK-Präsident Herbert Tumpel davor, das Budget zu Lasten der Arbeitsmarktausgaben zu sanieren: "Wenn wir jetzt am falschen Ende sparen, richten wir größeren Schaden an als Nutzen. Gebot der Stunde ist jetzt ein drittes Arbeitsmarktpaket!" Konkret will Tumpel Maßnahmen für ältere Arbeit Suchende, ein flächendeckendes Beratungs- und Unterstützungsangebot für gesundheitlich beeinträchtigte ArbeitnehmerInnen und eine Qualifizierungsoffensive für Fachkräfte in der Pflege und Kinderbetreuung.

Mit mehr als 350.000 Arbeit Suchenden ist die Arbeitslosigkeit im Vorjahresabstand um über 16.000 Personen bzw um knapp 5 Prozent gestiegen. Während sich die Situation bei den jüngeren ArbeitnehmerInnen von 15 bis 24 Jahren um fast 6 Prozent deutlich verbessert hat, steigt die Arbeitslosigkeit bei den Älteren weiterhin an: So waren im März 2010 fast 57.000 Menschen ab 50 Jahren als arbeitslos registriert. Eine Steigerung von über 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Frauen sind aktuell stärker betroffen als Männer. Während die Zahl der registrierten arbeitslosen Männer um knapp 3 Prozent leicht gesunken ist, ist sie bei Frauen gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Das zeigt, dass die Krise nun auf den Dienstleistungsbereich, vor allem auf den Handel und im Gesundheits-und Sozialwesen, durchschlägt. Deshalb braucht es für Tumpel Maßnahmen, die sowohl präventiv wirken, als auch die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen.

"Wenn wir wollen, dass die Menschen trotz Krise produktiv am Arbeitsprozess teilnehmen können, müssen wir sie dabei unterstützen", sagt Tumpel, "Das wird allerdings nur möglich sein, wenn wir jetzt nicht die Arbeitsmarktpolitik kaputt sparen. Denn die Krise ist auf dem Arbeitsmarkt leider noch lange nicht vorbei, sondern erreicht gerade neue Bereiche, zB Frauen in der Dienstleistung und Ältere. Weiterhin hart betroffen sind Behinderte und Menschen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung. Auch diesen Menschen müssen wir mit einem dritten Arbeitsmarktpaket helfen."

Forderungen der AK:
+ Kein Kaputtsparen der Arbeitsmarktpolitik
+ Arbeitsmarktpaket für ältere Arbeit Suchende
+ Flächendeckendes Beratungs- und Unterstützungsangebot für gesundheitlich beeinträchtigte ArbeitnehmerInnen
+ Qualifizierungsoffensive für Kinderbetreuungs- und Pflegeberufe
+ Ausbau der Existenzsicherung für Arbeit Suchende

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