Schönborn: Kirche darf Zugang zu Gott nicht länger verstellen

Wien, 31.03.10 (KAP) Die große Schuld der Kirche hat Kardinal Christoph Schönborn am Mittwochabend im Wiener Stephansdom beim Klage- und Bußgottesdienst angesichts der zahlreichen Fälle von Gewalt und sexuellem Missbrauch durch Vertreter der Kirche eingestanden. Was den kirchlichen Missbrauch so besonders schwerwiegend mache sei die Tatsache, "dass er den heiligen Namen Gottes schändet". Missbrauch - von Priestern oder Ordensleuten begangen - verstelle bei den Opfer oft ein Leben lang den Zugang zu Gott. Missbrauch könne so zur "Gottesvergiftung" führen. Schönborn:
"Die Personen, die die Nähe und den Namen Gottes repräsentieren, werden zu Zerstörern der Gottesbeziehung. Das ist es, was den Missbrauch in der Kirche noch einmal schlimmer macht."

Gott sei aber ein Gott, der nicht wegschaut und nicht weghört, ihn lasse das Leid nicht kalt. Schönborn: "Wie schrecklich, wenn der Zugang zu diesem Gott durch Menschen verstellt wird. Wenn der Name dieses Gottes vergiftet wird. Und dann Menschen erfahren müssen, dass ihr Leid ignoriert, ihr Elend nicht gesehen und ihre Klage nicht gehört wird."

Wenn jetzt die Opfer sprechen, "dann spricht Gott zu uns, zu seiner Kirche, um sie aufzurütteln und zu reinigen."

O-Töne von Kardinal Schönborn sind unter www.katholisch.at/o-töne abrufbar.

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