Neues Volksblatt: "Sprengstoff" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 1. April 2010

Linz (OTS) - Nein, ein Umfragesieg ist kein Wahlsieg. Dementsprechend nüchtern sollte man aus ÖVP-Sicht die neuesten, von market erhobenen Daten betrachten. Bis zum regulären Nationalratswahltermin ist genug Zeit, um Vorsprung und Sympathien zu verspielen. Das Problem dieser Umfragen ist aber ohnehin, wie die SPÖ darauf reagiert. Wenn selbst in einer roten Hochburg wie Wien der eigene Parteichef bei der (fiktiven) Kanzlerdirektwahl hinter dem ÖVP-Konkurrenten zu liegen kommt, wird das ebenso Kopfschmerzen bereiten wie der Umstand, dass Werner Faymann unter den eigenen Parteigängern deutlich weniger Rückhalt genießt wie Josef Pröll. Die Frage ist, wann der Druckkochtopf SPÖ explodiert. Mit der Bundespräsidentenwahl wird man zwar Dampf ablassen können, aber das, was die SPÖ so gerne hätte - nämlich einen Wahlsieg über die ÖVP -, bringt sie nicht. Immerhin heißen fast zwei Drittel der Österreicher die ÖVP-Entscheidung, keinen Kandidaten ins Rennen zu schicken, für gut. Gehen die Landtagswahlen in der Steiermark und in Wien daneben, werden innerparteilich die Fetzen fliegen. So kurios es auch klingt:
Soll die Koalition halten, muss die ÖVP beim Entschärfen des Sprengstoffes mithelfen.

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