Diakonie Kärnten startet mit der "Spielsuchtambulanz de La Tour" in Villach

Primarius Univ.-Prof. Dr. Herwig Scholz: "Dramatische Zunahme von Spielsüchtigen in den letzten Jahren"

Villach (OTS) - Mit 1. April beginnt die Arbeit der Diakonie Kärnten in der "Spielsuchtambulanz de La Tour" in der Nikolaigasse in Villach. Die Angebote der Ambulanz umfassen Beratung für Betroffene und Angehörige, Einzel- und Gruppentherapie bis hin zur Vermittlung in stationäre Therapieeinrichtungen. "In den letzten Jahren gab es eine dramatische Zunahme von Spielsüchtigen", so Primarius Univ.-Prof. Dr. Herwig Scholz, der ärztlicher Leiter der Spielsuchtambulanz und des Krankenhauses de La Tour ist. "Vor dem Jahr 2000 gab es nur ganz sporadisch Spielsüchtige, die in Kärnten behandelt werden mussten. 1997 wurde dann das Gesetz zum "Kleinen Glücksspiel" geändert und 10 Jahre später bedarf es einer umfangreichen therapeutischen Arbeit, hunderte von Spielern brauchen eine ambulante oder stationäre Therapie", so Scholz. "Man möge auch bedenken, was die Problematik Spielsucht bewirkt, mehr als 40% der Glücksspieler haben auch ein Alkoholproblem, da viele Glücksspielbetriebe großzügig mit Alkohol umgehen. 15% der Spielsüchtigen weisen schwere Depressionen bis hin zu Selbstmordversuchen auf, wobei das Leid der Angehörigen überhaupt noch nicht berücksichtigt ist. Auch Kinder von Spielern haben schlechtere Startchancen für ihr Leben, da es meistens schwere finanzielle Probleme in den Familien gibt, Partner Spielsüchtiger sind von dem finanziellen Desaster meistens schwer mitgenommen und bedürfen ebenfalls der dringenden Beratung und Unterstützung", beschreibt Primarius Scholz die dramatische Situation von Spielsüchtigen und ihrem Umfeld. "Jene, die aktuell über die Novellierung des Glücksspielgesetzes entscheiden, sollen auch das Leid der Spielsüchtigen in ihre Überlegungen mit einbeziehen," so Primarius Scholz und der Rektor der Diakonie Kärnten, Pfarrer Mag. Hubert Stotter, unisono.

Das Angebot der Spielsuchtambulanz de La Tour richtet sich nicht nur an Spielsüchtige, sondern auch an Internet- und Computersüchtige, Kaufsüchtige und an Menschen mit anderen Formen von Verhaltenssüchten. Die Betreuung geschieht für die Betroffenen kostenlos und vertraulich. "Wir wissen, wie dramatisch Krankheitsverläufe sein können. Aus diesem Grund sollten Betroffene sich nicht scheuen, das ambulante Beratungsangebot schon bei ersten Anzeichen in Anspruch zu nehmen. Ein Alarmzeichen ist, wenn sich die Gedanken nur mehr um das Glücksspiel drehen und erste finanzielle Probleme auftreten", so Mag. Bettina Quantschnig, die psychologische Leiterin der Spielsuchtambulanz de La Tour.

Finanziert wird die Spielsuchtambulanz vom Land Kärnten, Abt. 12, geführt wird sie von der Diakonie Kärnten mit Rektor Hubert Stotter:
"Auf zwei Jahre ist dieses wichtige Angebot bislang finanziell abgesichert, mit LR Dr. Peter Kaiser haben wir vereinbart, dass laufend evaluiert wird, wir hoffen, dass weitere Ambulanzen in anderen Bezirken Kärntens folgen werden."

Die Diakonie Kärnten betreibt für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen auch das Sonderkrankenhaus de La Tour in Treffen bei Villach. Zielgruppe sind Menschen mit einer Alkohol-oder Medikamentenabhängigkeit, Spielsucht bzw. die Kombinationen aus diesen Abhängigkeiten entwickelt haben. Weiters wird am LKH Villach eine Ambulanz für Abhängigkeitserkrankungen geführt.

Adresse:
Spielsuchtambulanz de La Tour
Nikolaigasse 39
9500 Villach
Tel: 04242/24368
www.diakonie-kaernten.at

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