Erhöhte Nutzung von Facebook und Co. verdreifacht Treibhausgasemissionen bis 2020

Greenpeace: Datenzuwachs und neue IT-Server erhöhen Energieverbrauch

Amsterdam/Wien (OTS) - Eine heute veröffentlichte Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt, dass sich die Treibhausgasemissionen der IT-Branche bis 2020 dramatisch erhöhen könnten. Der Greenpeace-Report "Make IT Green - Cloud Computing and its Contribution to Climate Change" kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem Geräte, wie der kurz vor der Markteinführung stehende iPad von Apple, die Co2-Emissionen enorm ansteigen lassen könnten. Grund dafür, ist die rasant wachsende Bedeutung des sogenannten "Cloud Computing", bei dem die User online-basierte Dienste wie soziale Netzwerke oder Videoplattformen (Facebook, Youtube,...) sowohl von zuhause als auch von unterwegs nutzen können.

Mit Datenmenge und Energieverbrauch steigen auch Treibhausgasemissionen

Werden soziale Netzwerke wie Facebook oder Videoplattformen wie Youtube zukünftig noch häufiger von unterwegs benutzt, dann erhöht sich der Datentransfer enorm. Es werden leistungsfähigere Telekommunikationsnetze und mehr Server in Rechenzentren benötigt. Damit steigen Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen. Der Report basiert auf der wegweisenden Branchenuntersuchung "Smart2020". Wenn die gegenwärtigen Wachstumsraten bei Cloud Computing anhalten, werden Datenzentren und Telekommunikationsnetze im Jahr 2020 etwa 1.963 Terawattstunden Strom verbrauchen, so die Prognose von Greenpeace. Das ist mehr als das Dreißigfache des derzeitigen österreichischen Stromverbrauchs pro Jahr. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass die IT-Branche das Potenzial hat, die drohende Klimakatastrophe zu verhindern, indem sie eine Vorreiterrolle bei der Nutzung erneuerbarer Energien einnimmt.

"Online-Anwendungen werden immer vielfältiger, benötigen mehr Energie und verursachen mehr Treibhausgasemissionen. Es sei denn, die Branche setzt auf erneuerbare Energiequellen und macht sich für Klimaschutzgesetze stark", sagt Claudia Sprinz von Greenpeace. "Große IT-Unternehmen haben derzeit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene eine sehr mächtige Stellung. Sie müssen ihren Einfluss nutzen und Vorzeigelösungen schaffen, die ein verantwortungsvolles Wachstum ermöglichen und den Klimawandel nicht weiter beschleunigen."

Facebook will auch zukünftig auf Kohlekraft setzen

Facebook hat angekündigt, ein eigenes Rechenzentrum in Prineville im US-Bundesstaat Oregon zu errichten. Doch anstelle auf erneuerbare Energien zu setzen, will Facebook das Unternehmen PacifiCorp beauftragen, das seinen Strom vor allem in klimaschädlichen Kohlekraftwerken produziert. "Der Informations- und Kommunikationssektor kann den Klimawandel wirksam bekämpfen, indem er das tut, was er am besten kann: Innovative Technologien zur Senkung der Treibhausgasemissionen und Erhöhung der Energieeffizienz zu entwickeln", regt Sprinz an. "Technologien, die intelligente Stromnetze, emissionsfreie Gebäude und effizientere Transportsysteme ermöglichen, spielen beim Klimaschutz eine wesentliche Rolle." Greenpeace appelliert an führende IT-Unternehmen, sich für staatliche Klimaschutzmaßnahmen einzusetzen, die den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung maßgeblich erhöhen. Darüber hinaus sollten IT-Unternehmen branchenübergreifende Maßnahmen unterstützen, die dazu führen, damit die weltweiten Emissionen bis spätestens 2015 deutlich zurückgehen.

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Claudia Sprinz, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126731
Melanie Beran, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126718

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